Aachen - Der Krugenofen sorgt weiter für Zündstoff

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Der Krugenofen sorgt weiter für Zündstoff

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
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Hat von Anfang an für viel Zündstoff und öffentliche Diskussionen gesorgt: Die Baustelle auf dem Krugenofen, wo Kanäle und Leitungen sowie anschließend die Fahrbahn erneuert werden. Foto: Harald Krömer

Aachen. Der Krugenofen könnte in die Historie eingehen, quasi als „Aachener Modell“. Genauer als das Stück einer Bundesstraße, auf dem als erstes in der bundesdeutschen Geschichte Tempo 30 eingerichtet wird.

Bislang ist das nämlich gesetzlich unmöglich und genau dafür setzen sich die Landtags- und Bundestagsabgeordneten aus der Region derzeit vehement ein. Denn es gibt gute Gründe für dieses Ansinnen, das in Sitzung des Mobilitätsausschusses von allen Verantwortlichen noch einmal bekräftigt wurde: Der Krugenofen, in dem die Stawag momentan das Kanal- und Leitungsnetz erneuert, ist dermaßen eng, dass zu wenig Querschnitt vorhanden ist, um alle Verkehrsteilnehmer angemessen unterzubringen. Deshalb soll auf gesonderte Radverkehrsanlagen verzichten werden, um so beidseitiges Parken zu ermöglichen.

Eine von der Politik verworfene Variante sah dagegen vor, die innerörtliche Regelgeschwindigkeit von 50 km/h beizubehalten und beidseitig Schutzstreifen für die Radler anzulegen, das würde jedoch zum Wegfall von fast der Hälfte der Parkplätze führen – eine Katastrophe für die ohnehin von Parkplatznot geplagten Anwohner.

Problem nur: Die Bezirksregierung hatte dem Tempo-30-Vorstoß eine klare Absage erteilt, deshalb laufen jetzt hinter den Kulissen die Bemühungen, das entsprechende Gesetz auf Bundesebene zu ändern, dann könnte auch die Bezirksregierung zustimmen. Beschlossen wurde schließlich einstimmig, die Straße zunächst mit einem einseitig angelegten Parkstreifen auf der Seite gegenüber dem Einkaufscenter und mit Aufweitungen für abbiegende Kfz auszubauen. Und zwar so, dass später beide Varianten verkehrstechnisch umzusetzen sind.

Jeder Tag wichtig

Für Brisanz sorgen dürften aber Überlegungen der Verwaltung zur Umsetzung des Ausbaus. Wird der nämlich auf die jetzige Art ausgeführt, dauert es bis zum nächsten September. Dann würde auf der einen Seite die Stawag buddeln, auf der anderen die Stadt ab Anfang nächsten Jahres mit dem Ausbau beginnen. Der Verkehr würde dann an gleich zwei Baustellen durch Ampeln geregelt, zwischen beiden Baustellen entstünde Stauraum für dort wartende Pkw. Die Arbeiten würden dann eben bis September 2015 dauern – eine Horrorvorstellung für die Interessengemeinschaft Krugenofen, die 1200 Unterschriften für die Verkürzung der Bauzeit gesammelt hat.

Das ist theoretisch möglich, wie Regina Poth, Abteilungsleiterin Straßenbau, erläuterte. Und zwar dadurch, dass man auf den Zweibahnverkehr (und die Ampeln) verzichtet und eine Einbahnstraßenregelung in Richtung Innenstadt einführt – ähnlich wie auf der Lütticher Straße. Nur: Dafür müsste eine Umleitung her. Dann könnte man schon im November mit dem Straßenausbau beginnen und würde zwei Monate weniger brauchen.

Voraussetzung sei, dass man dieselbe Firma, die derzeit die Kanalarbeiten vornimmt, auch mit der Straßengestaltung beauftragt. Doch: Wohin mit der Ausweichroute? Ganz in der Nähe befinden sich nämlich andere Baustellen. Etwa die Lütticher Straße, die erst Ende des Jahres fertig wird, der Branderhofer Weg oder die Weberstraße, wie Regina Poth selbst zu bedenken gab.

Um diese Umleitung müssten ja auch Busse nehmen, im engen Burtscheid nicht die einfachste Übung – die betroffenen Anwohner dürften sich bedanken. Es müssten also, so Poth weiter, noch eine Menge Überlegungen angestellt werden und auch die Meinung der in diesem Bereich sehr rührigen Bürger eingeholt werden, schränkte die Abteilungsleiterin eventuelle Hoffnungen gleich ein.

Zaghaften Ansätzen aus der Politik, über eine Ausweichroute zu bestimmen, erteilte der altgediente Politprofi Heiner Höfken (SPD) eine klare Absage: „Damit kann man sich nur Feinde machen.“ Diesen schwierigen Part könne man getrost der Verwaltung überlassen. Die Baukosten für die Neugestaltung belaufen sich auf mehr als eine Million Euro, 400 000 davon trägt die Stawag als Wiederherstellungsleistung.

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