Der „Gute Hirte” soll nicht abgerissen werden

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Der „Gute Hirte” soll bleiben: Die Bezirksvertretung Mitte sprach sich jetzt gegen einen Abriss der früheren Klosteranlage an der Süsterfeldstraße aus, obwohl sie eigentlich dem Campus Westbahnhof im Wege steht. Die Politiker sehen nicht zuletzt Probleme bei der Umsiedlung der dortigen Künstlerateliers. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Wenn du nicht brav bist, kommst du zum Guten Hirten” - an diesen Schreckensspruch für Generationen Aachener Kinder erinnerte Bezirksvorsteher Heiner März (SPD), als sich die Bezirksvertretung Aachen-Mitte mit dem RWTH-Campus Westbahnhof beschäftigte.

Die Sozialdemokraten machen sich dafür stark, beim geplanten Ausbau des riesigen Campus-Geländes das ehemalige Kloster der Schwestern zum Guten Hirten an der Süsterfeldstraße zu erhalten.

Der Frauenorden war 1848 nach Aachen gekommen. Zunächst gründete er an der Bergstraße ein kleines Kloster, bevor er 1887 vor den Toren der Stadt ein großes Grundstück an der Süsterfeldstraße erwarb und ein neues Kloster baute. Hier kümmerten sich die Schwestern um „gefallene Mädchen”. Ende der 1960er Jahre wurde das Kloster aufgegeben. Noch bis vor kurzem wurde ein Teil des Guten Hirten als Übergangswohnheim genutzt. Andere Räume sind als Künstlerateliers vermietet, die Nachbarschaftliche Selbsthilfe führt eine private Kindertagesstätte.

Lilli Philippen (SPD) begrüßte zwar die Pläne für die Hochschule, die mehrere tausend neue Arbeitsplätze schaffen würden, plädierte aber temperamentvoll für den Erhalt der ehemaligen Klosteranlage. Schnell sei etwas abgerissen, doch ein Abbruch des Guten Hirten sei nicht vertretbar. Philippen: „Das alte Haus mit seiner nicht schlechten Bausubstanz ist an dieser Stelle ein Wahrzeichen der Stadt.

Einem Neubaugebiet steht es gut an, wenn etwas alte Substanz vorhanden ist. Erst eine solche Mischung macht den Charakter einer Stadt aus.” Überdies betrieben dort 42 sehr kreative Künstler ein „gut funktionierendes” Atelierhaus. Sie umzusiedeln sei mehr als problematisch, alleine deshalb schon müsse ein Abbruch des Klosters vermieden werden.
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