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Der „Futsal” muss ins Eckige

Von: Amien Idries
Letzte Aktualisierung:
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Voller Einsatz: Beim Start der ersten Hallen-Stadtmeisterschaft gingen die Fußballer an der Neuköllner Straße engagiert zu Werke. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ungeduldig scharrten die Fußballer von Schwarz-Rot Aachen und Rhenania Rothe Erde am Samstag vormittag mit den Füßen. Nachdem Holger Richter, Redakteur dieser Zeitung, Grußworte übermittelt hatte, rollte um kurz nach Elf auch endlich der Ball in der Sporthalle an der Neuköllner Straße.

Die Ungeduld der Kicker mag daher rühren, dass es darum geht, sich in die Sportgeschichtsbücher der Stadt einzutragen. Derzeit wird Aachens allererster Stadtmeister im Hallenfußball ermittelt. Und wer die traditionsreiche Variante unter freiem Himmel kennt, kann sich vorstellen, wie prestigeträchtig das Pendant in der Halle ist.

Am vergangenen Wochenende gehörte das Parkett zunächst den Kreisligisten, die sich für die Endrunde am 31. Januar qualifizieren konnten. Dann greifen auch die Aachener Bezirks- und Landesligisten in das Geschehen ein. Ziel aller Fußballerträume ist der goldene Wanderpokal, der für alle sichtbar bereits in der Sprecherkabine präsentiert wurde.

Mitorganisator Hans Peters von Westwacht Aachen zeigte sich mit dem Verlauf der ersten Etappe zufrieden: „Wir wollten in der fußballarmen Winterzeit eine feste Attraktion schaffen.” Dabei gehe es natürlich um den sportlichen Wettbewerb, aber auch darum, Leute zu treffen und zu klönen. „Besonders schön finde ich, dass man mal die Spieler und Trainer aus den andern Ligen sieht.”

Zahlreiche Zuschauer fanden den Weg in die Halle. Man konnte ein Bierchen trinken, eine Wurst essen und natürlich Fußball schauen. Und der war nicht schlecht.

Die Organisatoren hatten sich beim Spielgerät für einen sogenannten Futsal entschieden. Der ist kleiner als ein normaler Fußball und härter aufgepumpt. Ein Spieler von Eintracht Kornelimünster: „Der Ball ist ziemlich schwer und springt schlecht. Das ist schon eine Umstellung.”

Obgleich nicht alle Spieler auf Anhieb Gefallen daran fanden, führte er zu mehr Kurzpassspiel und man sah recht ansehnliche Ballstafetten. Die Gefahr von allzu viel technischer Finesse bestand jedoch nicht. Fußball ist und bleibt ein kampfbetonter Sport, und so konnte man robuste Zweikämpfe ebenso sehen wie verbissene Laufduelle.

Bis auf eine Ausnahme - die üblichen Rangeleien nicht mitgerechnet - blieb der Wettkampf fair. Ein Spieler des ISV Aachen ließ sich zu einer Tätlichkeit hinreißen. Leo Pennings (VfR Aachen-Forst), der das Turnier mit vorbereitet hat, zeigte sich zwar enttäuscht, wollte den Vorfall aber nicht überbewerten: „Das ist eine richtig blöde Geschichte, aber so ist der Fußball halt manchmal auch.”

Ansonsten war das Turnier fair und man konnte Fußball in Reinkultur erleben: Viel Ehrgeiz und jede Menge Tore. Selbst wer keiner speziellen Mannschaft die Daumen drückte, fieberte mit. Durchgesetzt haben sich in den Vorrundengruppen Mannschaften aus den jeweilig höchsten Kreisligen, die sich nun darauf freuen, am kommenden Wochenende die „Großen” zu ärgern.

Quirin Richter, Trainer von Eintracht Verlautenheide, freut sich, dass das Turnier den kleinen Vereinen die Möglichkeit gibt, sich zu präsentieren. „In Aachen ist der gesamte Fußball stark von der Alemannia dominiert. Da ist es wichtig, dass auch wir Kleinen mal im Mittelpunkt stehen.”

Und was ist mit Schwarz-Rot Aachen und Rhenania Rothe Erde? Beide Mannschaften sind in der Vorrunde ausgeschieden. Aus der Stadtmeisterschaft wird also zumindest in diesem Jahr nichts. Aber wenigstens wird in den Geschichtsbüchern stehen, dass sie das erste Spiel bei der ersten Stadtmeisterschaft im Hallenfußball absolviert haben. Das ist doch auch was.

Die Vorrundensieger

1) Eintracht Kornelimünster

Nur dank des besseren Torverhält-nisses setzte sich Kornelimünster in der spannenden Gruppe A gegen Raspo Brand durch. Der ISV Aachen, der ebenfalls auf neun Punkte kam, hatte sein Team wegen einer Tätlichkeit vom Turnier zurückgezogen.

2) VfR Forst

Der VfR hat die Vorrundengruppe B als Erster beendet. Trainer Claudio Scintu konnte leider nicht mehr mit seiner Mannschaft feiern, weil er als Hofstaatsmitglied des Brander Bür-gerprinzen zu einer Karnevalsveran-staltung eilen musste.

3) Eintracht Verlautenheide

Der diesjährige Gewinner des AREI-Hallen-Cups für Reservemannschaften dominierte die Gruppe C. Bis auf ein Unentschieden wurde jedes Spiel gewonnen und ein Vierpunktevor-sprung vor Blau Weiß Aachen er-reicht.

4) JSC Aachen

In einem packenden „Endspiel” setzte sich in Gruppe D der JSC gegen den VfB 08 Aachen durch. Der VfB, dem ein Unentschieden gereicht hätte, konnte die Partie lange Zeit offen halten, verlor aber schließlich deutlich mit 3 : 7.

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