Aachen - Der flotte Dreh mit dem Zauberwürfel

Star Wars Alden Ehrenreich Solo Freisteller Kino

Der flotte Dreh mit dem Zauberwürfel

Von: Robert Baumann
Letzte Aktualisierung:
cube_bu
Er hat den Dreh raus: Der Niederländer Erik Akkersdijk (2. von links) im Kreise seiner Mitbewerber bei den Aachen Open im Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Es rattert und klickt im ganzen Raum. Die Zahlen der digitalen Stoppuhren laufen unerbittlich. Hochkonzentriert sitzt Erik Akkersdijk bei den Aachen Open an einem der vielen Tische. Er wendet seinen bunten Zauberwürfel mit schnellen Drehungen rund 55 Mal in seinen Händen hin und her, bis schließlich alle Seiten in ihrer entsprechenden Farbe angeordnet sind.

Der gebürtige Niederländer ist einer der schnellsten von insgesamt 243 Teilnehmern aus 19 Nationen bei den Aachen Open, dem größten, jährlich ausgetragenen deutschen Turnier im Speedcubing. Bereits zum dritten Mal konnten sich am Wochenende Fans des Zauberwürfels (auf Englisch „Rubik´s Cube”) in der AulaII des RWTH-Informatikzentrums miteinander messen.

Organisiert wurde das Turnier für Würfel-Schnelldreher von Aachener Studenten. „Die Leute treffen sich hier, um Spaß zu haben und gegenseitig Tipps und Tricks auszutauschen”, sagt Florian Weingarten, Initiator der Aachen Open. „Wegen der stetig steigenden Anmeldezahlen haben wir den größten Raum der Hochschule, der für so eine Veranstaltung geeignet ist, zur Verfügung gestellt bekommen”, freut sich der Mathematik- und Informatikstudent über die zunehmende Popularität der Meisterschaft.

In 18 Disziplinen traten die hauptsächlich jungen und männlichen Teilnehmer an der Ahornstraße gegeneinander an. Gelöst werden mussten 3x3x3- bis 7x7x7-reihige Würfel. Neben der Lösung mit beiden Händen gibt es die einhändige Variante und „blindfolded”, bei der sich die Teilnehmer den Würfel einprägen, um ihn dann mit verbundenen Augen schnellstmöglich zu lösen.

In der „Königsdisziplin” der Speedcuber, dem klassischen 3x3x3-Würfel, stellte Erik Akkersdijk im Jahr 2008 bei einem Wettkampf in Tschechien mit 7,08 Sekunden einen Weltrekord auf. Dieser wurde erst im vergangenen Jahr von dem Australier Feliks Zemdegs geknackt (6,77 Sekunden). „Das hat mich natürlich schon etwas geärgert”, gibt der 21-Jährige zu. Als er 15 war, packte den Studenten der Umweltwissenschaften die Faszination dieses Geduldspiels. „Ich war im Urlaub, und es hat nur geregnet, da habe ich aus Langeweile probiert, den Würfel zu lösen. Ab da hat es mich nicht mehr losgelassen.”

Dass der Würfel nicht nur junge Menschen in seinen Bann zieht, beweist Wilfried König, mit 64 Jahren ältester Teilnehmer der Aachen Open. „Als der Zauberwürfel Anfang der 80er Jahre populär wurde, habe ich mich direkt mit dem Würfelfieber infiziert. Und als mein Sohn vor zwei Jahren wieder einen mit nach Hause brachte, juckte es sofort in meinen Fingern”, gesteht er.

Mit einem Koffer voller Würfel in verschiedensten Größen ist Erik zu seinem 63. Wettkampf im Speedcubing nach Aachen gereist. Insgesamt besitzt er 130 Würfel. Zu seiner Ausrüstung gehört auch eine Tube Silikonöl. „Das spritze ich in die Würfel, so lassen sie sich geschmeidiger und schneller drehen”, verrät er seinen kleinen, regelkonformen Trick. Auch im nächsten Jahr will Erik wieder an den Aachen Open teilnehmen, neue Tricks ausprobieren und seine Fingerfertigkeit erneut unter Beweis stellen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert