Aachen - Der Dom ist ein Botschafter für den Frieden

Der Dom ist ein Botschafter für den Frieden

Von: Sarah Sillius
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Welterbetag im und am Dom: Die
Welterbetag im und am Dom: Die Mitglieder des Unesco-Clubs halten reichlich Infomaterial bereit. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Auf dem Domhof erinnerten wehende Unesco-Fahnen an das Welterbe, auf dessen Liste seit mehr als 30 Jahren auch der Aachener Dom steht. Das Münster war 1978 sogar die erste deutsche Stätte, die in die Welterbeliste der Unesco (Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur) eingetragen wurde. Weltweit gehörte der Dom damals zu den ersten zwölf Ernennungen.

Auf Initiative der Deutschen Unesco-Kommission und des Vereins Unesco-Welterbestätten Deutschland wurde 2005 zum ersten Mal in Deutschland ein Unesco-Welterbetag ausgerufen. Vor zwei Jahren stand der Aachener Dom im Mittelpunkt. Auch wenn die zentrale Feier diesmal in der Zeche Zollverein in der Kulturhauptstadt Essen stattfand, wurde auch in Aachen erneut das Bewusstsein für das Welterbe geweckt und Dom erlebbar gemacht.

Los ging es mit einem festlichen Hochamt, musikalisch gestaltet von der „Capelle Aquensis”. Auf dem Domhof informierten im Anschluss Mitglieder des Unesco-Clubs Aachen über die deutschen Welterbestätten. Vorsitzende Marianne Viechtbauer beruft sich bei ihrem ehrenamtlichen Engagement auf ein Zitat von Goethe: „Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.”

Ihr liegt es am Herzen, dass das kulturelle Erbe beschützt wird. So klärten sie und weitere Clubmitglieder nicht nur über den Aachener Dom auf, sondern ebenso über die anderen 30 Welterbestätten in Deutschland: zum Beispiel das Bergwerk Rammelsberg, den Dom zu Speyer oder das Dresdner Elbtal.

„Außerdem weisen wir auf die 14 Unesco-Biosphärenreservate hin, zu denen zum Beispiel das Wattenmeer in Schleswig-Holstein gehört. So etwas gibt es nur einmal auf der Welt”, erklärte Hartmut Heinze, der seit 30 Jahren im Verein tätig ist. Zu einem Unesco-Sondertarif war am „World Heritage Day” die Domschatzkammer zu besichtigen. Und auch bei den Kindern wurde spielerisch das Interesse für das Welterbe und den Denkmalschutz geweckt: Von Gleichaltrigen wurden sie durch den Dom geführt und konnten das Münster malen.

„Bei seiner Aufnahme in die Welterbeliste erfüllte der Dom vier von sechs nötigen Aufnahmekriterien, das ist sehr selten - auch heute noch”, wusste Roland Wentzler, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des Domkapitels, zu berichten, als er die erwachsenen Besucher an diesem Tag durch den Dom führte. Die Ernennung zum Welterbe sei „ein Ritterschlag” gewesen.

Dem Dom sei vom Komitee „ein einzigartiger künstlerischer Wert und ein starker kultureller Einfluss des Objektes auf Region oder Zeit” zugesprochen worden. Er sei zudem „beispielhaft für eine bestimmte künstlerische Entwicklung” und verfüge über einen „bedeutenden Zusammenhang mit Ideen oder historischen Gestalten”.

Ort der Begegnung

Am Welterbetag wird der Dom zu einem der Botschafter der Unesco-Ideale. Erklärtes Ziel in der Unesco-Verfassung ist der Beitrag zur Wahrung des Friedens und der Sicherheit in der Welt. Dieses soll durch die geförderte Zusammenarbeit zwischen Völkern in Bildung, Wissenschaft und Kultur erreicht werden. Jede Stätte fungiert so auch als Ort der Begegnung und der interkulturellen Verständigung.
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