Aachen - Der „Buitenring“ rückt der Stadt Aachen nahe auf die Pelle

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Der „Buitenring“ rückt der Stadt Aachen nahe auf die Pelle

Von: Heiner Hautermans
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Blick von der Straße Locht in Richtung Avantis. Die Trasse des Radwegs ist schon zu erkennen, die Häuser auf der rechten Seite werden noch abgerissen. Foto: Leah Hautermans
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Hier stand einmal eine kleine Ansiedlung, inklusive Tankstelle und Autofirma. Sie wurde für den Buitenring niedergelegt. Foto: Leah Hautermans

Aachen. Es kling ganz fern, ist aber Aachen ganz nahe: der Buitenring Parkstad Limburg (Außenring Parkstadt Limburg). Direkt an der Stadtgrenze bei Horbach, hinter dem Übergang Locht und in Sichtweite des Zollmuseums, wird derzeit ein Stück der gewaltigen Straße angelegt, die vierspurig und 25 Kilometer lang zwischen Nuth und dem Gewerbegebiet Avantis angelegt wird.

Für die Realisierung ist hinter dem Grenzübergang eine komplette Ansiedlung mit etwa zehn Häusern niedergelegt worden, inklusive denkmalgeschützter und frisch renovierter Bauernhöfe.

Die Parkstad Limburg ist eine Plusregio (Zweckverband) aus acht Limburger Gemeinden in der Euregio Maas-Rhein: Heerlen, Kerkrade, Landgraaf, Brunssum, Simpelveld, Voerendaal, Onderbanken und seit 2010 Nuth. Sie ist vergleichbar mit der Städteregion Aachen. Die autobahnähnliche Straße soll die Infrastruktur der ehemaligen Bergbauregion deutlich verbessern. Durch den Anschluss an die Autobahn A 76 im Norden bei Nuth und an die Stadtautobahn N 281 in Höhe des Gewerbegebiets Avantis entsteht ein kompletter Ring um die Parkstad.

Die Provinz Limburg, die das 440-Millionen-Projekt maßgeblich betreibt, erhofft sich dadurch eine bessere Erreichbarkeit und den Anschluss an das nationale und internationale Verkehrsnetz. Jeden Tag, so die Planer, quälten sich nämlich die Bewohner, Pendler und Lkw-Fahrer über enge Wohnstraßen. Der Verkehr fließe nur mühsam. Wohngebiete sollen entlastet werden, die Verbindungen zwischen den Orten, die die Parkstad bilden, sollen schneller werden und die touristische und ökonomische Entwicklung soll gefördert werden.

Allerdings ist das Projekt umstritten. Klagen beispielsweise von Umweltverbänden, die sich vor allem gegen die Beeinträchtigung von zwei Naturschutzgebieten richten, die vom Buitenring durchschnitten werden, sind noch beim obersten Verwaltungsgericht (Raad van State) anhängig. Der nächste Termin ist für den 18. Dezember angesetzt, ein Urteil wird für März 2015 erwartet. Zugelassen hat das Gericht aber den sofortigen Bau von „No-Regret-Maßnahmen“, also den Straßenstücken, die unumstritten sind. Und eben dazu gehört ein Radweg, der von dem – schon vorhandenen und jetzt ausgebauten – Kreisverkehr auf Avantis bis zur Straße Locht geführt wird.

Ferner eine vierspurige Straße von Avantis-Rondell zur Crombacherstraat, die drei Monate lang gesperrt wird, und zur Hamstraat, die parallel zur Aachener Stadtgrenze nach Kerkrade führt und ebenfalls zwei mal zwei Fahrbahnen erhalten wird. Auf sie soll übrigens die B 258 n stoßen, wenn dieses auf die lange Bank geschobene Stück von Richterich aus je verwirklicht wird. Die Straße Locht von Horbach zur Heerlerbaan soll untertunnelt werden. Der Buitenring rückt Aachen also ganz nahe auf die Pelle.

Auf ihm soll Tempo 100 erlaubt sein, nur in den Naturschutzgebieten wird eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern gelten.

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