Der Abriss ist vorerst vertagt

Von: Georg Dünnwald
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Bürger kämpfen um ihren Erhalt: Vorerst ist der Abriss der alten und ziemlich maroden Kapelle auf dem Forster Friedhof aufgeschoben. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der Stadtbetrieb will die alte Kapelle auf dem Forster Friedhof abreißen. „Die Kapelle ist wirtschaftlich nicht zu unterhalten”, begründet Peter Maier, Vizechef des Aachener Stadtbetriebs die Absicht. Eine Ansicht, die eine Menge Forster Bürger auf die Palme treibt.

Deshalb gründeten sie eine Bürgerinitiative zum Erhalt des kleinen Bethäuschen und haben viele Hebel in Bewegung gesetzt, um das Jahrhunderte alte Bauwerk vor dem Abriss zu retten.

Am Mittwochnachmittag machten Willi Schroeder, Werner Rupp und Walter Schmitz von der Bürgerinitiative bei der Fragestunde im Betriebsausschuss des stadteigenen Unternehmens ihrem Ärger Luft. Sophie Kuchen, Enkelin des letzten Bürgermeisters der am 1. April 1906 nach Aachen eingemeindeten Gemeinde Forst, sekundierte, ohne Mitglied der Bürgerinitiative zu sein.

Schwierige wirtschaftliche Lage

Stadtbetriebsmanager Maier führte als Argumente die schwierige wirtschaftliche Lage der Stadt und die Friedhofsgebühren an, die nicht noch stärker steigen dürften. „Wir haben in Aachen 28 Friedhöfe, auf jedem stehen Trauerhallen oder Kapellen.” Zudem sei das Kapellchen auf dem Forster Friedhof als Trauerhalle viel zu klein.

Immerhin stehe in unmittelbarer Nähe die Pfarrkirche St. Katharina bei Bestattungen zur Verfügung. „Aber nur mittwochs und freitags”, konterte Sophie Kuchen, denn nur an diesen Tagen würden Geistliche in dem Gotteshaus Messen lesen. Maier blieb hart: „Wir können kein Geld für die Sanierung geben. Auch wenn die Summe mit 25.000 Euro klein erscheint, solche Ausgaben läppern sich bei 28 Friedhöfen.”

Denn eine Sanierung der Kapelle ist unumgänglich. Das Dach ist mit Moos fast zugewachsen, von der Dachrinne fließt das Regenwasser nicht mehr ab, die Dachbalken beginnen durch eindringende Nässe zu faulen. Das wollen die engagierten Forster Bürger in Eigenregie in Ordnung bringen, auch wollen sie das Bethäuschen durch Entfernen dünner Zwischenwände zu den Abstellkammern vergrößern - womit die erforderlichen Maße für eine Trauerhalle erreicht würden, argumentieren die Mitglieder der Bürgerinitiative, zu der unter anderem Pfarrer Hubert Leuchter, die IG Forster Vereine und der Gastronom Toni Kommer gehören.

Fürsprecher Ferrari

Absehbar war, dass die Politiker keine Entscheidung treffen würden. „Dafür ist das Bürgerforum zuständig”, war gängige Meinung. Annekathrin Grehling, als Dezernentin zuständig für den Stadtbetrieb, schlug schließlich vor, in einer der nächsten Sitzungen mit einer ordentlichen Vorlage das Problem Friedhofskapellchen noch einmal in aller Ruhe zu erläutern. „Dann können sich die Ausschussmitglieder auch entsprechend vorbereiten.”

Einen Fürsprecher haben die Forster Bürger bereits. Achim Ferrari (Grüne) hat als Bezirksvorsteher Unterstützung signalisiert. Er argumentierte: „Wenn es nach der Wirtschaftlichkeit ginge, müsste auch das Aachener Rathaus abgerissen werden, denn das kostet auch eine Stange Geld.”
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