Aachen - Denkmalschützer Jocham wird überraschend kaltgestellt

Denkmalschützer Jocham wird überraschend kaltgestellt

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
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15 Jahre lang leitete Wilfried Jocham die Abteilung Denkmalpflege in Aachen, jetzt muss der Stadtkonservator weichen. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. Aachens oberster Denkmalschützer Wilfried Jocham ist Anfang der Woche überraschend seines Postens enthoben worden. Über die Hintergründe der brisanten Personalentscheidung hüllt sich die Verwaltungsspitze bislang noch weitgehend in Schweigen.

Auch der Betroffene selbst hat nach eigener Aussage bislang keine plausible Erklärung für den Vorgang erhalten.

„Ich bin platt und stehe ratlos da”, erklärte Jocham auf Nachfrage der „Nachrichten”.

Der 60-jährige Stadtkonservator steht seit 30 Jahren in Diensten der Stadt, seit 15 Jahren leitet er die Denkmalpflege. Als einer der ältesten Denkmalpfleger im Land sei er so etwas „wie ein Fossil”, meint er. „Bis vorgestern hat man mir nie etwas vorgeworfen.”

Umso überraschender der Auftritt der Beigeordneten Gisela Nacken, die ihm an seinem ersten Arbeitstag im neuen Jahr die Versetzung verkündete.

Sie habe Jocham zwei sachliche Vorwürfe gemacht, die sich aus seiner Sicht schnell hätten klären lassen, ansonsten könne er nur mutmaßen, warum man plötzlich mit seinem Tun nicht mehr zufrieden sei.

„Ärger und Spannungen”

Gisela Nacken war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Personaldezernent Heinz Lindgens tat sich derweil schwer, sich zu dem Fall zu äußern.

Eine konkrete Verfehlung sei Jocham nicht vorzuwerfen. Es gebe „unterschiedliche Sichtweisen” bei den Arbeitsabläufen sowie „Ärger und Spannungen” im organisatorischen Bereich.

Der Verwaltung gehe es darum, ihr Personal an den richtigen Stellen „optimal” einzusetzen - zumal in einem solch „wichtigen Feld” wie der Denkmalpflege.

Kommissarisch leitet nun Jochams Stellvertreterin Claudia Ellenbeck die Abteilung Denkmalpflege, was dem Vorgang eine gewisse Brisanz geben könnte.

Ellenbeck ist Ratsfrau der Grünen in Roetgen und gehört somit derselben Partei an wie Gisela Nacken. Von Pöstchenschieberei könne jedoch keine Rede sein, betont Lindgens: „Das hat damit nichts zu tun.”

Jocham soll verwaltungsintern eine andere Stelle angeboten werden. Seine Absetzung empfindet er dennoch als „berufliche Liquidation”. Er hat inzwischen einen Anwalt eingeschaltet.
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