Den traditionellen Tango neu aufmischen

Von: Nina Krüsmann
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Wollen den Tango aufmischen: Stefan Michalke, David Andres, Johanna Schmidt und Stefan Kremer (v.l.) sind „tangoX. Am 1. September spielt das Quartett in den Kurpark-Terrassen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „Wir nennen uns ‚tangoX‘ – das X ist so eine Art Symbol für unsere Kreativität mit dem Tango für die verschiedenen Stil-Richtungen, aus denen wir kommen“, sagt Johanna Schmidt. Sie ist die Geigerin der neuen Formation aus Aachen, die mit einem Konzert in den Burtscheider Kurpark-Terrassen am 1. September durchstarten will.

 „Wir haben uns Ende 2012 zusammengefunden, um gemeinsam neue Wege zu gehen – und etwas Eigenes, Neues zu schaffen“, sagt die Musikerin.

Der Anspruch, den das Quartett dabei verfolgt, ist zu bewegen. „Wir sind vielleicht sogar etwas provokant, indem wir den Tango mit Schlagzeug spielen und ähnlich wie im Jazz improvisieren. Unser Vorbild ist Astor Piazzolla, der begonnen hat den Tango aus seinen alten Konventionen zu befreien und ihn mit neuen Instrumenten, neuen Musikeinflüssen klanglich aufmischte“, erklärt Schmidt. Das Echo, das „tangoX“ bei den bisherigen Konzerten erhielt, war durchweg positiv.

Besondere Beigabe

„tangoX“ spielt mit Violine, Klavier, Bass und Schlagzeug. „Und als besondere Beigabe haben wir auch ein paar Stücke mit wechselnder Besetzung, dann spielt Stefan Michalke Akkordeon und ich Klavier“, erzählt Schmidt. Der Tango lebt ihrer Meinung nach vom Rhythmus: „Seine Melodien können wehmütig, aggressiv oder frech, und witzig sein – das macht auch Spaß, sich damit auseinanderzusetzen und zu spielen.“

Die vorwärtstreibende und in–spirierende Kraft ist der Rhythmus, und da ist die Band mit der Rhythmussektion, dem Bassisten David Andres und dem Drummer Stefan Kremer, sehr gut aufgestellt.

Das Programm beinhaltet traditionelle Tangos, die eigens arrangiert wurden und Werke von Astor Piazzolla sowie eigene Kompositionen inspiriert von der Welt des Tangos.

Schmidt ist Geigerin und spielt seit vielen Jahren Tangomusik. Vor neun Jahren gründete sie ihre erste Tangoband – auch da war schon Stefan Kremer, ein vielseitiger Schlagzeuger, dabei. „Nachdem sich die vorherige Besetzung Jasstango auseinander entwickelt hatte und wir sie auflösten, suchten wir Musiker, die kreativ, unkonventionell und offen an die Musik herangehen und Spaß haben, selbst etwas zu entwickeln“, erzählt Schmidt. Dabei fand sie den Pianisten Stefan Michalke, der überregional als Jazzpianist und Komponist bekannt ist, und den jungen Bassisten David Andres aus Köln.

Tango hat für die vier Profi-Musiker einen ganz besonderen Reiz: Tango entstand in einer multikulturellen Gesellschaft und hat viele unterschiedliche Musikeinflüsse, etwa aus Spanien, Italien, Afrika und auch der indigenen Bevölkerung miteinander verwoben.

Strenger Rhythmus

„Da ist ein ungeheurer Reichtum an auszuschöpfenden Möglichkeiten. Sein strenger Rhythmus, der etwas Unerbittliches hat, der Ausdruck von wehmütig bis aggressiv, die krassen Gegensätze, die in vielen Stücken gegeneinandergestellt werden, bieten für jeden für uns viel Spielraum für die eigene Kreativität“, betont Schmidt.

Nach dem Konzert in Burtscheid am 1. September um 20 Uhr in der Reihe „Jazz am Sonntag“ folgt am 25. Oktober ein Auftritt in Düren im Haus der Stadt und am 16. November ein Konzert im Soziokulturellen Zentrum Klösterchen in Herzogenrath. Parallel nimmt die Band eine eigene CD auf.

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