Den „Pauer”, natürlich, mit Pauwasser getauft

Von: Anke Hinrichs
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Stolz auf die große Leistung: Drei Jahre dauerten die Vorbereitungen, bis das Regionalgeld im Haus Löwensteinaus der Taufe gehoben werden konnte. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „Viel Wasser unterm Kiel” gibt Bürgermeisterin Hilde Scheidt dem frischgetauften „Pauer” mit auf den Weg und wünscht dem Regionalgeld eine hohe Akzeptanz bei Aachener Geschäftsleuten und natürlich beim Aachener selber.

Die Taufe fand als Auftaktveranstaltung zur offiziellen Einführung des Pauer im Haus Löwenstein stilvoll mit frischem Pauwasser statt.

Der Regionalgeld-Initiative für Aachen und die Euregio stand dabei die Freude ins Gesicht geschrieben: „Wir haben dreieinhalb Jahre dafür gearbeitet, den Pauer so weit zu bringen und ein System zu entwickeln, das ist schon ein besonderer Augenblick”, sagen Jule Klieser und Dorothea Topfmeyer als erste und zweite Vorsitzende des Vereins.

Zwei Taufpaten stehen dem frischgebackenen Täufling zur Seite: Monika Lang von den „Oecher Frönnde” und Jürgen Groneberg, der Geschäftsführer des evangelischen Erwachsenenbildungswerks, dessen Einrichtung dem Pauer als Sponsor ordentlich unter die Arme gegriffen hat.

50.000 Noten

„Wachsen und gedeihen soll der Pauer, er soll ab jetzt ein lebendiger Teil der sprudelnden Aachener Vielfalt werden und die Menschen in der Region zusammenführen.” Diese Patenwünsche hören sich vielversprechend an, und sie sind auch begründet.

Immerhin haben sich schon insgesamt 32 Geschäfte und Dienstleister entschieden, den Pauer in ihren Kassen neben den Euro einzureihen. Ganz aktuell gibt es sogar in Vaals ein Geschäft, das den Pauer als Zahlungsmittel akzeptiert.

Insgesamt sind 50.000 Papiernoten gedruckt und werden nun von der Regionalgeld-Initiative in Paketen von 200 Pauer an die jeweiligen Dienstleister verteilt. Gekennzeichnet sind die entsprechenden Geschäfte mit dem Logo „Pauer-Point” an der Tür oder im Fenster. Die rückseitige Aufschrift des Schildes „Ausgepauert” macht hingegen deutlich, dass der Pauer hier mal eine Pause einlegt und wieder nur der Euro als alleiniges Zahlungsmittel gilt.

Doch vielen Besuchern war der Grund für die Einführung des Regionalgeldes noch schleierhaft. Klarheit schaffte da der Vortrag von Pia Anderer, einstigem Mitglied der Gruppe: „Die Vorteile des Regionalgeldes liegen darin, dass es ein leistungsgedecktes Geld ist. Wenn man damit bezahlt, erhält man Ware oder eine Leistung, aber es kann nicht gespart werden und keine Zinsen bringen. Man muss den Pauer hier in der Stadt oder der Region auch wieder ausgeben, da er woanders keine Gültigkeit besitzt”.

Dies sei sein Vorteil gegenüber dem Euro, gerade für die kleinen Geschäfte lohne sich dieses Gutschein-System, da sie auf diese Weise eine viel größere Kundenbindung hätten. Zum anderen rückten die Produkte der Region ins Bewusstsein, womit wieder Arbeitsplätze vor Ort gesichert würden.

Dass die Regionalgeld-Initiative dabei dem Euro in keiner Weise am Zeug flicken möchte und auch die Grünen diese Initiative voll und ganz unterstützen, machte Hilde Scheidt noch einmal deutlich: „Der Pauer ist keine Konkurrenz für den Euro, im Gegenteil. Er kann in der Region etwas bewegen und rechnet sich für die Menschen, die hier leben”.

Schon in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts sei in Aachen eigenes Geld gedruckt worden und habe den Menschen während der Weltwirtschaftskrise eine kleine Sicherheit gegeben. „In Aachen hat man immer Experimente gemacht und so ist das Regionalgeld für die ökologische Stadt der Zukunft ein wichtiger Bestandteil.”
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