Aachen - Den Öchern gefällt das „Ersatzprogramm“

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Den Öchern gefällt das „Ersatzprogramm“

Von: Georg Dünnwald und Holger Richter
Letzte Aktualisierung:
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Mehr als 40.000 Reitsportfreunde verfolgten am Sonntag den Sieg von Christian Ahlmann beim Großen Preis von Aachen. Insgesamt zählte der ALRV während der zehn Turniertage 355 250 Zuschauer. Viele von ihnen wollen im kommenden Jahr zur Reit-EM wiederkommen. Foto: Harald Krömer

Aachen. Natürlich war die Stimmung nach dem schlimmen Sturz von Katrin Eckermann beim Großen Preis von Aachen gedrückt. Glücklicherweise stellte sich heraus, dass sich die 24-Jährige „nur“ einen Schlüsselbeinbruch zugezogen hatte, auch ihr Pferd „Firth of Lorne“ hat keine ernsthafte Verletzung erlitten.

So war die Stimmung unter den mehr als 40.000 Zuschauern beim Abschied doch wieder etwas ausgelassener, als zwischendurch befürchtet.

Immerhin nahmen die Aachener am späten Sonntagnachmittag für eine lange Zeit Abschied von ihrem „Tschio“. Denn im kommenden Jahr wird es keinen geben. Bekanntlich finden vom 11. bis 21. August die Reit-Europameisterschaften in den Disziplinen Springen, Dressur, Fahren, Voltigieren und Reining in der Soers statt.

Hinzu kommt eine Vielseitigkeitsprüfung, in der es allerdings nicht um den EM-Titel geht. Zeit und Kraft für einen normalen CHIO bleibt dem ausrichtenden Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) da nicht mehr. Am 30. und 31. Mai wird lediglich der Große Preis von Aachen als Teil des Rolex-Grand-Slams ausgeritten.

Viele wollen wiederkommen

Kann dieses „Ersatzprogramm“ die Öcher Reitsportfreunde trösten? Offenbar ja. Denn viele wollen im kommenden Jahr wiederkommen, wie eine kleine Umfrage der „Nachrichten“ ergab. Ferdie Gervelmeyer und seine Frau gehören dazu. Sie wollen sich beide Veranstaltungen anschauen. „Das ist schon mal sicher“, sagt Ferdie Gervelmeyer, der schon seit sehr, sehr langer Zeit gemeinsam mit seiner Frau zum Reitturnier kommt. Aber er übt auch Kritik.

„Man muss auch das Negative beleuchten“, sagt er und erzählt, dass seine Frau ihm gesagt habe, dass die Damentoiletten auf der Rückseite der Mercedes-Benz-Tribüne sehr dreckig gewesen seien. „Das geht natürlich überhaupt nicht“, meint er dazu. Auch seien die Monitore mit den Ergebniszahlen nicht zu sehen. „Da sitzen wir falsch.“ Aber insgesamt gefalle es ihnen, daher kehren sie im kommenden Jahr auf jeden Fall zurück in die Soers.

Ina Gröbner ist Thouetpreisträgerin der Stadt Aachen. Die 48-Jährige erzählt schallend lachend, dass ihre Mutter sie schon als Baby „mit auf et Reitturnier, auf d‘r Sattelplatz“ geschleppt habe. Der Tradition müsse man treu bleiben, stellt sie fest. „Ich weiß nur noch nicht, wie ich an die Eintrittskarten für die Europameisterschaften komme.“ Das zweitägige Turnier mit dem Großen Preis von Aachen im Mai habe sie schon fest im Blick. Und bei der EM will sie auch aufkreuzen. Mitsamt Tochter Miriam, „die hat am 23. August Geburtstag und nächstes Jahr wird sie den in der Soers feiern“, kündigt Ina Gröbner schon mal an. Miriam selbst ist Reiterin, für sie gebe es dann nichts Schöneres.

Regine Lützeler kommt jedes Jahr einmal zum CHIO. „Immer wieder sonntags“, sagt sie lächelnd. Es sei schon grandios, wie sich die Soers entwickelt habe. „Die stellen hier was auf die Beine“, lobt Regine Lützeler. Für den 31. Mai hat sie bereits Karten bestellt. Für die Europameisterschaft will sie sich um Tickets bemühen. „Wenn wir schon die EM in Aachen haben, muss man als Öcher auch dahin“, stellt sie mit Nachdruck fest.

Ihre Mutter ist Ingeborg Bey. Sie hat die Sonntagstradition vor Jahren begründet. „Und das machen wir auch weiter so“, ist sie überzeugt. Auch sie zeigt sich begeistert von dem, was sich in der Soers getan hat. „Schon die paar Stunden, die wir hier sind, haben es mir angetan.“

„Wir sind im nächsten Jahr selbstverständlich wieder mit von der Partie“, unterstreicht Reiner Pick. Er war schon öfter in der ­Soers, „klar, gefällt es mir“, sagt er.

„Aachen ist eine schöne Stadt, gemütlich, aber in diesen Tagen viel zu warm“, meint Martine Pappel aus Paris. Sie ist zurzeit bei Bekannten zu Besuch. Sie glaubt aber nicht, dass sie im nächsten Jahr wieder dabei ist. „Während der EM sind wir in der Bretagne“, erklärt sie. Sie empfindet das Flair auf dem Platz „unheimlich toll“, erzählt sie im besten Deutsch. Vorher sei sie noch nie auf dem Turnier gewesen, „das ist alles beeindruckend und überwältigend“.

Wenn auch nicht überwältigend, aber immerhin gut läuft der Kartenvorverkauf für die Reit-EM und den Großen Preis für Aachen an. „In einigen Dauerkarten-Kategorien sind wir für die EM schon ausgebucht“, berichtet ALRV-Sprecher Niels Knippertz. Ansonsten gebe es aber noch ausreichend Karten für die 14-tägige Veranstaltungen im August. Genaue Zahlen lägen ihm zwar noch nicht vor, „aber natürlich läuft der Kartenvorverkauf während des CHIO besser“, so Knippertz.

In Zeiten ohne Reitturnier nehme die Nachfrage zunächst erst mal wieder etwas ab. Der ALRV erwartet bei der EM bis zu 450.000 Zuschauer. Zum Vergleich: Beim am Sonntag zu Ende gegangenen CHIO wurden insgesamt 355.250 Zuschauer gezählt.

Das sieht beim Zwei-Tages-Turnier im Mai, wenn ausschließlich Springreiten in der Soers stattfindet, natürlich anders aus. Der Vorverkauf dafür läuft bereits, habe aber erst in der Woche vor dem diesjährigen CHIO begonnen, sagt Niels Knippertz: „Für eine Tendenz ist es noch zu früh.“

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