Aachen - Den Alltag entspannter gestalten

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Den Alltag entspannter gestalten

Von: Nicola Gottfroh
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Stefanie Bahr und Diana Stiemk
Stefanie Bahr und Diana Stiemke vom Familienunterstützenden Dienst helfen Eltern behinderter Kinder durch den Behördendschungel und übernehmen stundenweise die Betreuung der Kids, damit die Familie neue Kraft tanken kann. Foto: Harald Krömer

Aachen. Wer Kinder hat, der ist meist rund um die Uhr im Dauereinsatz - ruhige Stunden zum Entspannen sind eher selten. Noch schwerer ist es für Eltern mit behinderten Kindern, die noch zu Hause wohnen, etwas Zeit für sich selbst oder für die Geschwisterkinder ohne Handicap zu finden.

Um solche Familien zu unterstützen, hat der DRK Kreisverband Städteregion Aachen ein neues Konzept entwickelt: der Familienunterstützende Dienst (FUD). „Der FUD hat das Ziel, Mütter und Väter zu beraten und zu unterstützen, damit sie den Alltag in der Familie entspannter gestalten können”, Diana Stiemke, Mitinitiatorin des Angebots.

Zur Entlastung aller Familienmitglieder übernehmen Mitarbeiter des DRK stundenweise die Betreuung des Kindes mit Handicap, sorgen für Unterhaltung, Spiel und Spaß der Kids. Wie ein Babysitter kommen die Mitarbeiter dabei in die Familien. „Die Betreuung wird ganz den Bedürfnissen und der Behinderungsform des Kindes angepasst. Ob wir nun zu Hause in der Familie Brettspiele spielen, im Garten kicken oder Ausflüge in den Zoo machen - das kommt ganz auf die Wünsche des Kindes an”, sagt Diplom Sozialarbeiterin Stefanie Bahr und fügt hinzu: „Und das Beste daran: Das macht nicht nur den Kindern Spaß, sondern verschafft den Eltern auch einige Stunden Zeit, sich einmal auf sich oder die Geschwisterkinder konzentrieren zu können. So können auch die Kinder ohne Behinderung einmal einige Stunden die ganze Aufmerksamkeit der Eltern beanspruchen.”

Fünf Aachener Familien nehmen das Angebot bereits regelmäßig wahr. „Meistens am Wochenende oder in den Ferienzeiten, wenn die Kitas geschlossen sind oder in den Abendstunden, wenn Mama und Papa nach langer Zeit wieder einmal essen oder ins Kino gehen möchten”, weiß Diana Stiemke, Mitinitiatorin des Angebots.

Kampf durch Formulardschungel

Unterstützung soll es aber nicht nur durch die Betreuung der behinderten Kinder geben, auch beim Kampf durch den oft komplizierten Bürokratiedschungel will der Familienunterstützende Dienst Hilfestellungen bieten. Gerade auch bei Familien mit Migrationshintergrund. „In diesen Familien besteht oft noch ein größerer Beratungs- und Betreuungsbedarf”, weiß FUD-Teamleiterin Gisela Bosle und erklärt: „Manche Formulare sind ja schon kaum verständlich, wenn deutsch die eigene Muttersprache ist.

Noch komplizierter wird das Ausfüllen eines Formulars, wenn man die Sprache nicht so gut beherrscht”, erklärt Gisela Bosle. Mitarbeiter die unter anderem der türkischen, russischen und marokkanischen Sprache mächtig sind, helfen beim dem Wust durch die Unterlagen. Und natürlich können auch diese Familien sie sich Hilfe bei der Betreuung des Kindes mit Handicap direkt ins Haus holen.

Pädagogisch wertvoll

„Der FUD ist ein positiver Dienst, in dem es in der Hauptsache um Betreuungszeit geht. Wir handeln nicht im Auftrag des Jugendamtes - es geht allein um eine Betreuungshilfe - pädagogisch wertvoll und ansprechend für die Kinder gestaltet”, sagt Bosle. Die Betreuung der Kinder kann, falls eine Pflegestufe oder ein erhöhter Betreuungsbedarf besteht, über die Pflegekasse abgerechnet werden. Auch Familien, die sich über ihren Betreuungsbedarf nicht im Klaren sind, beraten Stefanie Bahr und Diana Stiemke gerne.

Weitere Mitstreiter für die Betreuung gesucht

Damit zukünftig noch mehr Familien unterstützt werden können, suchen die Diana Stiemke und Stefanie Bahr noch Mitstreiter für den FUD.

Gesucht werden ehrenamtliche Helfer, die flexibel sind und gut mit Kindern umgehen können. „Auch wenn wir uns freuen würden, wenn Profis mit Vorerfahrung im Umgang mit behinderten Kindern mit an Bord wären, freuen wir uns über jeden, der mitmacht. Egal ob mit oder ohne pädagogische Vorkenntnisse”, sagt Bosle. Fortbildungen und Schulungen vermittelt das DRK.

Wer selbst die Unterstützung des FUD in Anspruch nehmen möchte, kann sich unter 0241/1802548 bei Stiemke und Bahr melden oder unter diana.stiemke@drk.ac oder stefanie.bahr@drk.ac Kontakt aufnehmen.

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