Demnächst Tablets für alle Achtklässler

Von: Margot Gasper
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Aachen. Ab dem Schuljahr 2020/21 sollen alle Achtklässler am Aachener Einhard-Gymnasium nicht nur aus Büchern, sondern auch mit dem Tablet lernen.

Das ist ein Ergebnis des Pilotprojekts Tabletklasse, über das der stellvertretende Schulleiter Oliver Frühwein und sein Kollege Henning Kwiatkowski jetzt im Schulausschuss berichteten.

Seit gut einem Jahr arbeitet eine siebte Klasse am Einhard-Gymnasium als Tabletklasse. Schüler, Lehrer und Eltern hatten sich mit Zweidrittelmehrheit für den systematischen Einsatz der handlichen Kleincomputer ausgesprochen.

Eine Erkenntnis der Tabletklasse: Die Familien der „Tablet-Kinder“ brauchen eine intensive technische Beratung. Denn selbst junge Leute, die mit Computern aufwachsen, sind nicht unbedingt in der digitalen Welt zu Hause. „Man sagt immer, die Schüler können das alles. Das ist aber nicht so“, erklärte Frühwein. „Wir müssen die Schüler technisch fit machen. Und genau das spricht aus unserer Sicht für das Konzept.“

Und obwohl die Bilanz insgesamt sehr positiv ausfällt, gibt es auch einige Haken. Angeschafft wurden die Tablets von den Eltern. Auffällig, sagt Frühwein sei die recht hohe „Ausfallquote“ bei den Geräten von etwa zehn Prozent gewesen. Das sei „nervig für die Familien“, die sich um die Reparatur kümmern mussten. Für die Zukunft wünscht sich die Schule deshalb ein Modell für die Finanzierung der Tablets. Würde die Stadt Aachen als Schulträger die Bedingungen aushandeln, etwa über Leasing- oder Rahmenverträge, wäre das für die Familien eine Erleichterung, ist Frühwein überzeugt.

Auf den Geräten in der Pilotklasse laufen unterschiedliche Betriebssysteme. „Auch das stellte uns technisch vor Herausforderungen“, sagte der stellvertretende Schulleiter. So sei es sehr aufwendig und teuer gewesen, die verschiedenen Tablets für Präsentationen an den Beamer anzuschließen. Reparatur und Wartung der Präsentationstechnik gingen zusätzlich ins Geld. Schon jetzt stellt sich für Frühwein die Frage: „Wie bezahlen wir das, wenn wir das Projekt ausweiten?“ Gerade startet eine achte Klasse als zweite Tabletklasse. Und ab 2020/21 will man am Einhard-Gymnasium alle achten Klassen mit dem Tablet-PC arbeiten lassen.

Enttäuscht zeigten sich die Lehrer von der Qualität des digitalen Schulbuchangebots. „Ernstzunehmende interaktive Schulbücher sind noch viel zu selten“, kritisiert Frühwein. Und Entwicklung gebe es kaum bei den Verlagen.

Computerräume, sagen die beiden Lehrer, würden trotz Tablet-Einsatz nicht überflüssig. „Ernstzunehmende Programmierung oder Videobearbeitung geht zum Beispiel nur am PC.“

Die Verwaltung soll nach dem Willen der Schulpolitiker nun ein Konzept für Tabletklassen an den städtischen Schulen entwickeln. Es soll sichergestellt sein, dass alle Schüler in Tabletklassen ein geeignetes Gerät erhalten. Fehle in einer Familie das Geld zur Anschaffung eines Tablets, dürfe das nicht zu „Bildungsungerechtigkeit“ führen, hatte die Verwaltung bilanziert.

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