Aachen - Das Ziel: Rund um die Uhr auf Sendung gehen

Das Ziel: Rund um die Uhr auf Sendung gehen

Von: Christiane Husmann
Letzte Aktualisierung:
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Voller Einsatz: Mit den neuen Fördergeldern will „Radio @m Alex” durchstarten (von rechts Denise Deller, Stefan Will, Antje Lenz und Sabine Tesche). Foto: Ralf Roeger

Aachen. Auf dem gesamten Globus sind sie zu hören, wenn sie Nachrichten aus der Region auf die Datenautobahn schicken: die Redaktionsmitglieder des Aachener „Radios @m Alex”.

Das Internetradio ist ein soziales Eingliederungsprojekt der Alexianer Krankenhaus Aachen GmbH und hat vor kurzem eine Förderung der Initiative „Die Gesellschafter” erhalten. Damit startete die Redaktion noch einmal richtig durch.

„Wir sind anders”, sagen die Redaktionsmitglieder über sich selbst. Das ungewöhnliche Team besteht nämlich nicht aus Profis, sondern aus Langzeitarbeitslosen und psychisch kranken Menschen. Durch den Ein-Euro-Job sollen die Arbeitslosen wieder eine Perspektive auf dem ersten Arbeitsmarkt bekommen. Die psychisch erkrankten Redaktionsmitglieder lernen außerdem, ihren Alltag geregelt zu strukturieren.

Seit Mitte 2006 ist das Radio @m Alex auf Sendung. Zwei Studenten der Katholischen Fachhochschule Aachen, die in der Alexianer Krankenhaus GmbH praktische Erfahrungen sammelten, und ein erstes Redaktionsteam stellten damals Nachrichtensendungen für das neue Internetradio zusammen. Mit einfachen Diktiergeräten und wenigen Computern war ihre Ausrüstung anfangs recht karg.

Doch mittlerweile hat sich einiges getan in den Redaktionsräumen und dem Studio am Löhergraben. Durch die 4000 Euro Fördergelder der „Gesellschafter”, einer Initiative der „Aktion Mensch”, konnte die Redaktion zum Beispiel neue Aufnahmegeräte, leistungsfähigere Computer und ein verbessertes Schnittprogramm anschaffen. Seit Februar sind die Sendungen auch via Internetlivestream zu hören.

Wer montags, mittwochs oder freitags um 14 oder 18 Uhr die Internetseite http://www.radio-am-alex.de aufruft, kann die vorher produzierte Nachrichtensendung, Interviews oder Erzählungen hören. Auch selbst erstellte Podcasts zu Themen aus der Region sind abrufbar. Sozialarbeiter Christoph Nacken, der seit zwei Jahren das Redaktionsteam leitet, ist stolz auf diese Leistung. „Wir haben uns alles selbst beigebracht”, erläutert er. Kein Teammitglied habe vorher journalistische Erfahrungen gehabt.

Redaktionsmitglied Josef Bouchi ist gelernter Industriekaufmann und seit knapp einem Jahr dabei. Auch er hatte vorher „nichts mit Journalismus am Hut”. Mittlerweile gehören das Filmen und das Führen von Interviews zu den Hauptaufgaben des Ein-Euro-Jobbers, und die Arbeit macht ihm Spaß. „Wenn ich etwas jünger wäre, wäre das vielleicht auch meine Richtung gewesen”, sagt er. Doch ein Einstieg in den Journalistenberuf sei nicht einfach. Nach Ablauf seiner Teilnahmezeit will der 40-Jährige eine Lehre als Fachinformatiker beginnen. Für die Zukunft haben sich auch seine 14 Kollegen und Redaktionsleiter Nacken einiges vorgenommen. Sie wollen die Zahl der Hörer erhöhen und noch aktuellere Nachrichten senden.

Den ersten Schritt dazu haben sie schon mit der Einrichtung von neuen Teil-Redaktionen in Alsdorf und in der Aachener Horngasse getan. Dort arbeiten insgesamt 19 neue Redaktionsmitglieder.

„Toll wäre es, wenn wir 24 Stunden senden könnten”, sagt Christoph Nacken. Doch bis das realisiert sei, dauere es wohl noch ein wenig.
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