Das Ziel: Fairtrade-Stadt Aachen

Von: cg
Letzte Aktualisierung:
Monay Pursey (3. von rechts) u
Monay Pursey (3. von rechts) und ihre Mitstreiter wollen Aachen zur Fairtrade-Stadt machen. Foto: Martin Ratajczak

Aachen/Würselen. Die katastrophalen Arbeitsbedingungen in Drittweltstaaten sind bekannt. Viele Bauern und Arbeiter werden ausgebeutet und erhalten nur einen Hungerlohn. In Aachen widmen sich einige Institutionen schon länger diesem Problem, Ende September will man jedoch noch einen Schritt weiter sein.

Dann nämlich soll sich die Domstadt mit dem Namen „Fairtrade-Stadt” schmücken dürfen. Doch dafür müssen auch die örtlichen Einzelhändler und Gastronomen bei der Aktion mitmachen, das schreiben die Kriterien so vor.

Einige Neugierige waren daher am Mittwoch zum Kaffeeunternehmen Hagel nach Würselen gekommen, um sich hier über die Kampagne zu informieren. Und weil probieren bekanntlich über studieren geht, naschten die Besucher den ein oder anderen Keks oder tranken ein Tässchen Kaffee. Dem Absatz an Keksen nach zu urteilen hat es den meisten geschmeckt. Ob die Gastronomen und Geschäftsleute jedoch auch wirklich auf den Geschmack gekommen sind, wird sich noch zeigen. Vielleicht hängen an den örtlichen Läden und Restaurants schon bald einige Fairtrade-Logos.

Darauf hofft vor allem das Bündnis, das sich für die Aktion einsetzt. Denn nach den Statuten müssen in Aachen mindestens 36 Geschäfte und 18 Gastronomiebetriebe mit ins Boot geholt werden und jeweils zwei oder mehr fair gehandelte Produkte anbieten. Die meisten anderen der fünf Kriterien wie ein Ratsbeschluss oder die Bildung einer lokalen Steuerungsgruppe sind dagegen schon erfüllt.

„Der Anreiz ist der ethische Mehrwert”, sagt Mona Pursey, Koordinatorin für entwicklungspolitische Zusammenarbeit des Eine- Welt-Forums. Das gelte für die Betriebe wie für die Verbraucher. Doch auch in Sachen Genuss hätten die fair gehandelten Produkte einiges zu bieten. Und mit gutem Gewissen schmecke es gleich noch mal besser, findet Pursey.

Die Fairtrade-Produkte spürt der Kunde allerdings nicht nur im Gaumenbereich, sondern auch im Geldbeutel. Norbert Dreßen von Misereor schätzt etwa den Unterschied bei einer Tasse Kaffee auf drei bis fünf Cent. Trotzdem erleben einige Händler einen Anstieg beim Verkauf der Fairtrade-Waren: „Es wird von Jahr zu Jahr mehr. Wir schätzen, dass der Umsatz der fair gehandelten Produkte jährlich um 20 bis 25 Prozent steigt”, sagt Fritz Bock vom Weltladen.

Und so hoffen die Beteiligten, dass Aachen schon Ende September zur „Fairtrade-Stadt” wird. Dann wäre Aachen - zunächst für die nächsten zwei Jahre - eine von 1000 Städten in Europa mit diesem Titel.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert