Das Weihnachtsgeschäft ist noch lange nicht vorbei

Von: Jan Mönch
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Das Weihnachtsgeschäft geht w
Das Weihnachtsgeschäft geht weiter: Auch einen Tag nach Weihnachten ist die Innenstadt pickepackevoll. Viele lösen Geld- oder Gutscheingeschenke ein. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Zahlen aus den Parkhäusern ließen es schon vermuten. Je null freie Plätze verzeichnete die Aachener Parkhaus AG (Aapag) am Dienstag um Punkt 14 Uhr in ihren Garagen am Büchel, in der Couvenstraße und in der Adalbert­straße.

Ganze fünf ließen sich zu diesem Zeitpunkt noch bei der Galeria Kaufhof ergattern. Die Sachlage war also eindeutig: Der Weihnachtsmann mag sich bereits am Nordpol von den zurückliegenden Strapazen erholen, der Weihnachtstrubel hingegen wird erfahrungsgemäß noch bis Jahresende anhalten.

Nicht umsonst wird die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr vom Einzelhandel zum Weihnachtsgeschäft gezählt. Ein Grund: Geschenke, die nicht passen, nicht gefallen oder schon vorhanden waren. Bei dem Ring, den Erika Schwalm unter dem Weihnachtsbaum liegen hatte, war Ersteres der Fall. „Der passt nicht richtig und sieht so natürlich nicht aus”, sagt ihr Ehemann Ralf. „Also gehen wir ihn umtauschen. Notfalls legen wir auf den Preis eben noch was drauf.”

Aktuelle Studie

Diejenigen, die das gleiche Problem wie die Eheleute Schwan haben, sind allerdings keineswegs der Hauptgrund für die auch am „dritten Weihnachtstag” noch pickepackevolle Innenstadt. „Nur fünf Prozent der Weihnachtsgeschenke werden umgetauscht”, zitiert Manfred Piana, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes, aus einer aktuellen Studie. Ganz anders sehe es bei Geld- und Gutscheingeschenken aus. Die machen nämlich 25 Prozent des bundesweiten Geschenkereigens aus - und werden natürlich zu einem großen Teil gleich nach den Feiertagen gegen Hübsches, Nützliches, Begehrtes eingetauscht.

Jean Samuel, Inhaber eines Uhrengeschäfts samt Werkstatt in der Krämerstraße, hat noch ein ganz anderes Phänomen ausgemacht. Vermehrt tauchten nämlich jüngst Kunden in seinem Ladenlokal auf, die Rat und Tat für im Internet erstandene Uhren suchten. Und wie findet man das als Geschäftsmann? „Ich habe kürzlich einfach die Preise für Dienstleistungen hochgesetzt”, sagt Jean Samuel. „Und die Leute zahlen dafür auch gerne. Ich sehe das also ganz entspannt.”

„Dienstleistungen oder Beratung kann der Internethandel natürlich nicht bieten”, ist Manfred Piana von Samuels Schilderung wenig überrascht. Trotzdem sei natürlich ganz klar festzustellen, dass der Markt die virtuelle Konkurrenz durchaus spürt: „Das Internet wird immer stärker.”

Ein abschließendes Fazit lässt sich unter das Kapitel Weihnachten 2011 noch nicht ziehen. Wohl aber ein vorläufiges: „Der Handel schlägt keine Purzelbäume vor Freude, man ist aber zufrieden”, so Piana. Schwierigkeiten hätte allerdings die Textilbranche gehabt. Klar: Die überwiegend freundlichen Temperaturen inspirierten nicht unbedingt dazu, ein paar warme Handschuhe oder einen dicken Mantel einzukaufen. Egal, ob auf digitale Weise im Internet oder ganz herkömmlich im Geschäft.
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