Das Stück lebt von den lustigen Verwechslungen

Von: Nina Krüsmann
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Das Ensemble der Alt Aachener Bühne bei der Probe: Die Premiere von „De Wietschaff steäht Kopp“ steigt am Samstag, 31. Januar, um 19 Uhr im Einhard-Gymnasium. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Wir spielen nur amüsante Stücke“, meint Ewald Stork lachend. Der Geschäftsführer der 1919 gegründeten Alt Aachener Bühne befindet sich mit seinen Vereinskollegen gerade in den ersten Proben zum neuen Stück „De Wietschaff steäht Kopp“.

Dreh- und Angelpunkt ist eine Gastwirtschaft – und die befindet sich im Aachener Stadtteil Forst. „Das Stück lebt von lustigen Verwechslungen und beinhaltet alles, was das Leben so bereithält“, macht Stork Lust auf einen Besuch. Dem Wirt kommt sicherlich die Schlüsselrolle zu, er hat den meisten Text. Viel mehr möchte Stork noch nicht verraten – außer, dass er spätestens am Ende des Schwanks in der Wirtschaft wieder zu seinem „Quetschbüll“ greift und das Lied von der Alt Aachener Bühne anstimmt.

Seit 95 Jahren erfreut sich das Publikum an den Aufführungen der Alt-Aachener Bühne. Bis zu 25 Vorstellungen in jeder Saison stemmt das Team. Die ersten Vorbereitungen des Ensembles für ein neues Stück beginnen bereits im Sommer. Die größte Herausforderung ist es, jedes Jahr ein Stück zu finden, das zum Ensemble passt.

„Die Rollenverteilung muss vom Alter und vom Typ her zu unseren acht Spielern passen“, so Erkens, „ wir schauen uns gerne unter den bayerischen Volksstücken der Bauernbühnen um, sondieren die Möglichkeiten und schreiben ein Stück dann auf Öcher Art um.“ Günter Erkens war auch am Textbuch beteiligt: „Im Juli haben wir das zu viert ins Hochdeutsch und dann ins Öcher Platt übersetzt“, erklärt er, „da kommt jedes Mal viel Neues und vor allem natürlich jede Menge Lokalkolorit dazu. Der Polizist wird zum Beispiel zur Politesse oder der Pfarrer zur Ordensfrau.“

Bühnenjubiläum

Neu im Ensemble ist der Aachener Thomas Muckel. Der 44-Jährige verfügt über reichlich Schauspielerfahrung in Fernsehserien. „Schade ist, dass wir nicht mehr junge Mitspieler haben. Bei einem Altersschnitt von 50 Jahren können wir viele Stücke nicht spielen, Szenen mit jungen Liebespaaren können wir gar nicht besetzen“, bedauert Erkens.

Groß ist die Freude über ein besonderes Bühnenjubiläum: Leni Reißer steht seit 60 Jahren im Rampenlicht. Dieses Mal wurde das bayerische Original „Eissidissi in Flintsbach“ – nach Achim Pöschl – zur Übersetzung für das Text- und Regiebuch ins Öcher Platt durchgeackert.

Alles machen die Vereinsmitglieder selbst. Nach den ersten Leseproben für den Zweiakter sind sechs Leute derzeit mit dem Bühnenbau beschäftigt, wählen die Requisiten aus. Im November gibt es ein Probenwochenende, bevor es dann in die heiße Phase geht. „Spannend ist die Generalprobe. Bis zur letzten Minute wird gepinselt und gehämmert und es kommt mal vor, dass man am letzten Tag noch ein paar Passagen ändert“, sagt Erkens.

Seit 25 Jahren wird in der Aula des Einhard-Gymnasiums gespielt. Jedes Jahr gehen Spenden aus dem Erlös an lokale karitative Einrichtungen, vor allem Kinder werden gerne bedacht.

Die Premiere von „De Wietschaff steäht Kopp“ steigt am Samstag, 31. Januar, um 19 Uhr im Einhard-Gymnasium. Zwölf weitere Aufführungen – unter anderem auch im Theater Aachen und in der Stadthalle Alsdorf – folgen bis Ende April. Karten im Vorverkauf für die Vorstellungen im Einhard-Gymnasium gibt es in den bekannten Vorverkaufsstellen des Zeitungsverlages Aachen. Der Kartenpreis beträgt zwölf Euro.

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