Das Sterben ins Leben integrieren

Von: Martina Stöhr
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„Werde Hospiz-Pate“: Inge Nadenau (r.), Leiterin des Hospizes im Haus Hörn, wirbt mit ihren Mitstreitern für Patenschaften. Foto: Heike Lachmann

Aachen. „Die Begleitung von sterbenden Menschen gehört zum Leben“, meint Inge Nadenau, Leiterin des Hospizes im Haus Hörn. Hier werden schwerstkranke Menschen in den letzten Monaten ihres Lebens begleitet. Ihnen ein Stück Lebensqualität zu bieten, sei ein großes Ziel dabei, so Inge Nadenau.

Um das Angebot auch in Zukunft sichern zu können, muss die Einrichtung auch weiterhin zehn Prozent der Kosten durch Spendengelder aufbringen. Eine Aufgabe, die nicht immer leicht ist, wie Anna Klein vom Hospiz meint.

„Musik tut der Seele gut“

Mit einer großen Kampagne will die Einrichtung nun dafür sorgen, dass die notwendigen Gelder in die Kasse kommen. Los geht es am 8. Februar um 19 Uhr im großen Saal des Hauses Hörn, Johannes-von-den-Driesch-Weg 4. Das Aachener Kabarett „Die Fleddermäuse“ und das „Clara-Schumann-Trio“ werden den Abend gestalten und verzichten dabei auf ihre Gage.

Laut Wolfgang Offermann von den Fleddermäusen passt das Thema Sterben durchaus zum Kabarett. Denn dort würden ernsthafte Themen humorvoll verpackt. „Humor und Tod sind kein Widerspruch“, sagt er. „Alle werden hier und da mit dem Tod konfrontiert, aber keiner will etwas davon wissen“, fährt er fort. Ihm und seiner Truppe sei es ein Anliegen, das Hospiz zu unterstützen.

Ursula Wawroschek macht das mit dem „Clara-Schumann-Trio“ auf musikalische Weise. „Musik tut der Seele gut“, meint sie und wirbt dafür, die ernsthafte Musik und die Unterhaltungsmusik nicht zu trennen. Das Ensemble entführt die Zuhörer in das Seelenleben der Komponisten.

Karten für die Veranstaltung gibt es für 18 Euro im Vorverkauf in der Villa Kunterbunt, Markt 1, in der Ahorn-Apotheke, Ahornstraße 48 und am Empfang des Hauses Hörn, Johannes-von-den-Driesch-Weg 4.

Und wer das Hospiz nachhaltig unterstützen will, der kann eine Patenschaft übernehmen und so einen Beitrag leisten, um die Einrichtung finanziell abzusichern. 25 Euro muss das Hospiz für ein Zimmer pro Tag aufbringen, im Jahr sind das 9125 Euro.

Um den Spendenaufruf zu untermauern, sind in Zukunft weitere Veranstaltungen geplant, beispielsweise unter dem Motto „Kleine Hände leisten Großes“ mit dem benachbarten Kindergarten. Eine Buchvorstellung zum Thema, eine Ausstellung mit Engelsbildern und ein Chorabend sind weitere Vorhaben. Den Veranstaltern geht es dabei auch darum, das Hospiz ins Gespräch zu bringen. Laut Inge Nadenau war es das erste in Deutschland und bietet heute zwölf Plätze. Nur bei einer überschaubaren Anzahl von Zimmern sei eine familiäre Betreuung möglich, meint Nadenau.

Engagierter Förderverein

Dank des engagierten Fördervereins werde das Thema Sterbebegleitung gesellschaftlich nach vorne gebracht. „Wir wollen die oftmals tabuisierte und versteckte Sterbephase zu einem wertvollen letzten Teil des Lebens und Erlebens machen“, heißt es in dem Flyer: Das Hospiz will das Sterben wieder ins Leben integrieren.

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