Das Phosphor-Theater zeigt „Lenz“ von Georg Büchner

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:
11504995.jpg
Im Phosphor-Theater: Andreas von Zedlitz (l.) und Raphael Fachner als Lenz. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Ein Mann kauert auf dem Boden und zeichnet wie im Wahn Kreise und Linien. Dann beginnt er einen Monolog, bei dem er das Publikum mit auf einen Bergspaziergang nimmt. Und schon erfasst ihn eine unheimliche Angst, und alles um ihn herum wird finster.

Um sich von seinen psychischen Leiden kurieren zu lassen, wird der Schriftsteller Jakob Michael Reinhold Lenz im Jahre 1777 zu dem Pfarrer Oberlin geschickt, um sich zu kurieren. Doch auch hier findet Lenz nicht den Halt, den er sucht, und verfällt zunehmend seinem Wahn.

Ohne zu wissen, was er beschrieb

Laut Katja Kuhlmann vom Phosphor-Theater beschreibt Georg Büchner Lenz‘ Erkrankung ganz genau, ohne zu wissen, dass man das, was er bis ins Detail genau wiedergibt, heute als Schizophrenie bezeichnen würde. Für Medizin-Studenten sei „Lenz“ eine aufschlussreiche Lektüre, so Kuhlmann.

Das Phosphor-Theater bringt die Novelle jetzt auf die Bühne, weil Regisseur und Lenz-Darsteller Raphael Fachner eine besondere Leidenschaft für Büchner hat. Das Theater adaptierte die Novelle für die Bühne, erzählt die Geschichte des Lenz in der Ich-Form und nutzt das Medium Theater, „um jungen Menschen einen erfahrbaren und direkten Zugang zu diesem Schlüsseltext der Moderne zu ermöglichen“.

„Büchner wendet sich in diesem Werk von der Romantik und von der Idealisierung der Wirklichkeit ab, und war damit seiner Zeit voraus“, sagt Katja Kuhlmann. Er schildere die inneren Konflikte eines Individuums, das an den Anforderungen der Gesellschaft zerbreche. Und besonders angetan hat es der freien Theatertruppe die sprachliche Gestalt der Novelle. Sie berge auf unnachahmliche Weise die Gelegenheit, sich in die Gedankenwelt des Protagonisten hineinzudenken und seine innere Zerrissenheit zu verstehen, meinen die Theaterleute.

Das Stück nicht allzu theatralisch werden zu lassen, war laut Fachner die große Kunst bei der Bühnenadaptation. Das Werk wurde neu strukturiert und insgesamt gerafft und dauert nun zwischen 70 und 80 Minuten. Es sei vor allem auch für Schulklassen ab der zehnten Klasse zu empfehlen, so Kuhlmann. Schulklassen können es ab dem 11. Januar über die Bildungszugabe der Städteregion buchen. Kontakt unter Hans-Josef.Heinen@staedteregion-aachen.de.

Aufführungen den ganzen Januar

Premiere ist am Samstag, 9. Januar, im Theater 99, Gasborn 9-11, um 20 Uhr. Weitere Aufführungen gibt es am Sonntag, 10. Januar, Freitag, 15 Januar, Samstag, 16. Januar, Sonntag, 17. Januar, Freitag, 22. Januar, Samstag, 23. Januar und Sonntag, 24. Januar, jeweils um 20 Uhr.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert