Aachen - Das neue Jahr beginnt mit einem Unglück

Das neue Jahr beginnt mit einem Unglück

Von: Alfred Stoffels
Letzte Aktualisierung:
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Großeinsatz in der Schroufstraße: Im Partykeller eines Mehrfamilienhauses war Gas an eine brennende Kerze geraten. Bei der Verpuffung wurde ein 19-Jähriger leicht verletzt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Das neue Jahr begann in Aachen mit einem beklagenswerten Ereignis. Sieben Minuten nach Mitternacht, während die Böller noch knallten und die Raketen in den Himmel stiegen, kam es in der Sophienstraße zu einem tödlichen Verkehrsunfall.

Das Opfer war ein 18-Jähriger, der von einem Pkw angefahren und so schwer verletzt wurde, dass er am Vormittag des 1. Januar im Krankenhaus starb. Der Fahrer (28) stand nach Polizeiangaben unter Alkoholeinwirkung.

Das Unglück war der traurige Höhepunkt einer Neujahrsnacht, die es aus Sicht der Ordnungshüter durchaus in sich hatte. Dabei ging es zu Beginn der Jahresendfestivitäten und -aktivitäten noch relativ beschaulich zu. Polizeisprecher Michael Houba: „Anzahl und Art der Einsätze waren bis kurz nach 24 Uhr fast im Normalbereich, das Geschehen änderte sich dann aber schlagartig.”

Ab 1 Uhr jagten sich die Notrufe und Alarmmeldungen fast im Minutentakt, dabei waren die Anlässe fast immer die gleichen: Es wurde randaliert, es kam zu Körperverletzungen und Sachbeschädigungen, immer wieder entstanden kleinere Brände. Gegen 4 Uhr wurde es dann wieder ruhiger.

Ein Vorgang, der richtig böse Folgen hätte haben können und einen Großeinsatz auslöste, spielte sich schon am Silvestertag gegen 14 Uhr in der Brander Schroufstraße ab, wo es bei den Vorbereitungen auf die abendliche Feier im Partykeller eines Mehrfamilienhauses zu einer Verpuffung kam. Dabei wurde ein 19-Jähriger verletzt, er kam ins Krankenhaus und blieb dort zur Beobachtung. Der Sachschaden war gering.

Nach ersten Erkenntnissen war Gas aus einer nicht ordnungsgemäß verschlossenen Gasflasche ausgetreten, das sich an einer brennenden Kerze explosionsartig entzündete. Nach Angaben der Feuerwehr ist das Zusammentreffen von Gas und Feuer noch relativ glimpflich ausgegangen, es hätte auch sehr viel schlimmer kommen können.

Alarm kam in der Neujahrsnacht sogar aus dem Rathaus - Gefahr bestand zu keinem Zeitpunkt, aber es war schon ein spektakulärer Zwischenfall: Gegen 0.20 Uhr wurde eine Feuerwerksrakete durch ein Fenster ins Innere des historischen Bauwerks befördert. Schäden traten erfreulicherweise nicht auf.

Am frühen Morgen dann, gegen 4.30 Uhr, mussten Beamte in die Promenadenstraße ausrücken, wo es laut Polizei zu „Provokationen zwischen politisch rechts- und linksgerichteten Personen kam”. In insgesamt 22 Fällen wurden die Personalien festgestellt, „zur Ausübung von Straftaten kam es nicht” (Houba).

Friedlich gefeiert wurde natürlich auch, und nicht zu knapp: Trotz aller Krisengerüchte begrüßten die meisten Aachener das neue Jahr in gewohnt zünftiger Weise, wobei die Frage, ob diesmal mehr oder weniger verballert wurde als vor einem Jahr, nicht zu beantworten ist - laut genug war es jedenfalls.

Und an manchen Stellen auch ziemlich voll, so auf der Bahnbrücke Turmstraße, wo sich ein paar hundert Menschen wegen der guten Aussicht aufs Feuerwerk drängten. Kurz vor Zwölf musste die Brücke für eine halbe Stunde für den Verkehr gesperrt werden.

Und das Wetter? Spielte mit - es wurden zwar in der zweiten Nachthälfte bis zu 6,4 Grad minus gemessen und hier und da kamen ein paar Flocken nieder, aber die befürchteten Schnee- und Glatteiskapriolen blieben aus. Christine Penquitt von der Wetterwarte Aachen: „Das war voll geplant, aber die Wolke ist weiter südlich an Aachen vorbeigezogen. Wir haben echt Glück gehabt.” Die Aussichten: trüb und kalt.
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