Das Klinikum konkurriert mit der Pfalzkapelle

Von: Christiane Husmann
Letzte Aktualisierung:
jahrbuch_bu
Aachener Baudenkmäler gut vertreten: Die Denkmalpfleger Godehard Hoffmann (links) und Udo Mainzer (rechts) stellten im Rathaus gemeinsam mit Oberbürgermeister Marcel Philipp das neue Jahrbuch der Rheinischen Denkmalpflege vor. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Die bunten Rohre auf der Fassade des Aachener Klinikums haben es auf den Titel der neuen Ausgabe des „Jahrbuchs der Rheinischen Denkmalpflege” geschafft. „Die Pfalzkapelle Karls des Großen kennt jeder. Deshalb fiel die Wahl auf das Klinikum”, erklärt der Leiter des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege im Landschaftsverband Rheinland (LVR) und Herausgeber des Buches, Professor Udo Mainzer.

Die Kaiserstadt mit einigen ihrer Baudenkmäler ist einer der Schwerpunkte im neuesten Jahrbuch. Mainzer und seine Mitarbeiter stellten es jetzt im Aachener Rathaus vor. Oberbürgermeister Marcel Philipp begrüßte ihn und viele Autoren, die an dem Werk mitgearbeitet haben, persönlich und freute sich, dass Aachen im aktuellen Band besonders gut vertreten ist.

In dem 614 Seiten starken Werk erfährt der Leser mehr über Projekte und Arbeitsfelder des LVR-Denkmalpflegeamtes in den vergangenen zehn Jahren und über die geschichtliche Bedeutung vieler Baudenkmäler.

Zahlreiche Fotos ermöglichen einen Blick auf und in das Innere der Bauwerke. Die Aachener Leser können sich besonders über Beiträge zur Pfalzkapelle Karls des Großen, zur Kirche St. Fronleichnam, zur Anna- und Matthiaskapelle innerhalb des Doms und zum Aachener Universitätsklinikum freuen.

Das Klinikum sei eines der jüngsten Baudenkmäler des Rheinlandes, erläuterte Godehard Hoffmann, Inventarisator im LVR-Amt für Denkmalpflege. Er hatte sich für einen seiner Buchbeiträge mit der Baugeschichte des Klinikums auseinandergesetzt. Das Gebäude sei neben dem internationalen Kongresszentrum in Berlin eines der bedeutendsten deutschen Bauwerke der High-Tech-Architektur, berichtet er. „Versorgungsleitungen und statische Elemente sind nach außen gekehrt worden. Das war zur Bauzeit provokativ und innovativ”, betonte Hoffmann. Dies sei einer der Gründe dafür, dass das Anfang der 1970-er Jahre gebaute Klinikum vor zwei Jahren als Baudenkmal eingetragen wurde.

Der Aachener Dom und seine Pfalzkapelle stehen dagegen schon ungleich länger unter Denkmalschutz, aber auch hier gibt es Neues zu berichten. Ulrike Heckner, Leiterin der Abteilung Dokumentation im Denkmalpflegeamt des LVR, Dombaumeister Helmut Maintz und vier weitere Autoren haben sich mit ihr in ihrem Fachbeitrag beschäftigt. Die Pfalzkapelle entstand wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge wahrscheinlich gegen Ende des siebten Jahrhunderts und wurde innerhalb von zehn Jahren fertiggestellt. Heckner bezeichnet die Baugeschwindigkeit als sehr rasant. Der Fund von Holzpfählen unterhalb des Baugrundes der Kapelle macht diese genauere Datierung möglich.

Neben den heimischen Baudenkmälern kann man beim Schmökern außerdem mehr über die Brühler Schlösser Augustusburg und Falkenlust, die Ruine der St.-Kolumba-Kirche im Kölner Diözesanmuseum oder die ehemalige Ordensburg Vogelsang bei Schleiden erfahren.

Diese und andere Denkmäler zu schützen sei wichtig, betont Amtsleiter Mainzer. „Denkmalpflege ist kein Selbstzweck”, sagt er. „Wir tun es für die nachfolgenden Generationen.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert