„Das ist einer der schönsten Winterläufe”

Von: Daniel Gerhards
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18 Kilometer vom Vichtbachtal
18 Kilometer vom Vichtbachtal zum Sportplatz am Chorusberg: Beim 49. ATG-Winterlauf gingen 2500 Läuferinnen und Läufer auf die Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Als alle Läufer auf der Strecke waren, fiel bei Günter Drießen eine Menge Anspannung ab. „Wenn die Busse mit den Läufern abgefahren sind und bei Start alles geklappt hat, bin ich schon wesentlich entspannter”, sagte der Abteilungsleiter Leichtathletik der Aachener Turngemeinde (ATG).

Drießen und seine Mitstreiter hatten ein echtes Mammutprojekt auf die Beine gestellt: Beim 49. Winterlauf gingen am Sonntag 2500 Läufer auf die 18 Kilometer lange Strecke vom Vichtbachtal zum Sportplatz am Chorusberg.

Als es für Drießen etwas ruhiger wurde, ging es auf der Strecke richtig rund. Am Rand standen viele Zuschauer, um den ambitionierten Athleten und den Freizeitläufern zuzujubeln. Philipp Nawrocki begleitete die Läufer per Rad. „Da war wirklich eine ganze Menge los”, sagte er. Am alten Bahnhof in Kornelimünster und am Anfang des Brander Felds standen die Zuschauer in „Dreierreihen”, um die Aktiven anzufeuern. Dort sorgte auch eine Samba-Gruppe für tolle Stimmung.

Nawrocki hat den Lauf bereits fünf Mal gewonnen, erstmals war er für die ATG an der Strecke unterwegs und gab Live-Kommentare ab, die in den Zielbereich im Stadion übertragen wurden. „Das war schon ein komisches Gefühl. Aber man bekommt schon eine ganz neue Sicht auf das Rennen. Wenn man selber mitläuft, bekommt man ja nur das mit, was um einen herum passiert”, sagte Nawrocki.

Die Stimmung am Streckenrand beflügelte auch Veronica Pohl. Die 26-Jährige von Bayer Leverkusen kam als erste Frau in Ziel. „Das ist richtig toll. Die Atmosphäre ist wirklich sehr persönlich. Davon wird man getragen.”

Pohl gewann den Lauf bereits zum dritten Mal. Nicht nur wegen dieser Erfolge bereitet ihr der Lauf richtig viel Freude. „Das ist einer der schönsten Winterläufe, die ich kenne. Ich habe drei Jahre in den USA gelebt und bin für den Winterlauf immer extra nach Aachen gekommen”, sagte die Läuferin. Und nicht nur der Lauf an sich hat etwas: „Danach kann man auf einen Glühwein auf den Weihnachtsmarkt”, sagte Pohl.

Bei den Männern ging der Sieg mit neuem Streckenrekord an den Marokkaner Abdelhadi El Hachimi. Er brauchte gute 56 Minuten für die anspruchsvolle Strecke. Bester Lokalmatador war Andreas Keil-Formeck von der ATG. Und der freute sich sichtlich über seinen fünften Platz. Schon 100 Meter vor dem Ziel ballte er die Fäuste und ließ sich von den Zuschauern feiern. „Das hätte ich nicht gedacht. Es lief wirklich super”, sagte der 24-Jährige.

Schon auf der Vennbahntrasse setzte er sich von seiner Gruppe ab. „Dann musste ich zehn Kilometer alleine laufen. Das wollte ich eigentlich gar nicht. Das war richtig hart”, sagte Keil-Formeck.

Auf der Strecke waren die Bedingungen derweil gut. „Der Boden ist ein bisschen nass. Aber das ist ja ein Winterlauf. Das ist schon eine sportliche Herausforderung”, sagte Drießen.

Veronica Pohl machten eher die Temperaturen zu schaffen. Sie lief zwar in kurzer Laufhose und knappem Trikot. Aber die Hände hatte sie in dicke Fäustlinge eingepackt. „Ohne die wäre es einfach zu kalt. Dann kann ich mich nicht mehr aufs Laufen konzentrieren”, erklärte die Siegerin.

Im Ziel hatten die Organisatoren im Vergleich zu den Vorjahren noch mal aufgerüstet. An Getränke-, Imbiss- und Info-Ständen von lokalen Unternehmen konnten sich Teilnehmer und Zuschauer noch etwas die Zeit vertreiben. Hier haben Drießen und sein Organisationsteam dafür gesorgt, dass sich „alle sehr wohl fühlen”.

Im Ziel, an der Strecke und im Vorfeld konnte die ATG auf die Unterstützung von rund 70 ehrenamtlichen Helfern bauen. Im kommenden Jahr zum 50. Winterlauf wollen die Organisatoren noch einen drauf setzen und eine weitere große Attraktion bieten. Welche das sein wird, wollte Drießen noch nicht verraten.

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