Aachen - Das Glück ist noch im alten Tivoli vergraben

Das Glück ist noch im alten Tivoli vergraben

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Glücksbringer: Schornsteinfegermeister Hans Hansen buddelte am 27. Januar 2002 einen Cent in den Tivolirasen. Das damalige Präsidium (Tim Hammer, Horst Heinrichs, Carlo Soiron und Theo Lieven v.l.) schaute gebannt zu. Beim Umzug ins neue Stadion wurde das Geldstück schlichtweg vergessen. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Und es hat bestimmt etwas genutzt. Am 27. Januar 2002 vergrub Kreisschornsteinfegermeister Hans Hansen einen der ersten ausgegebenen Eurocents als Glücksbringer unter dem Anstoßpunkt auf dem Rasen des alten Tivoli. Danach nahm die schwarzgelbe Erfolgsgeschichte ihren Lauf.

Erwähnt seien der verhinderte Abstieg, der beinahe-DFB-Pokalgewinn, das Abenteuer Uefa-Cup und der Aufstieg in die erste Bundesliga.

Nun fragt sich der Fan - auch wenn er nur ein klein wenig abergläubisch ist: Warum ist der Glücksbringer nicht ausgebuddelt worden und bisher nicht in den neuen Tivoli mit umgezogen? Was ist mit dem Schornsteinfegersegen? Brauchen die Tivolikicker ihn zum Jahresauftakt Freitag gegen Karlsruhe nicht mehr denn je?

Damals beim Rückrundenstart der Zweitliga-Saison 2001/2002 kam direkt ein ganz, ganz dicker Brocken zum Tivoli. Denn Gegner Hannover 96 war unter dem damaligen Trainer Ralf Rangnick souverän Herbstmeister geworden und stieg am Ende ebenso souverän auf. Der gebeutelten Alemannia unter Trainer Jörg Berger stand eine schwere Rückrunde bevor. Die Profis um Straub, Landgraf und Pflipsen wussten das an jenem Sonntag, 27. Januar, aber noch nicht.

Ex-Alemannia-Präsident Horst Heinrichs erinnert sich: „Wir sind am Ende knapp dem Abstieg entgangen. Im vorletzten Spiel wurde alles klar gemacht und wir beendeten die Saison als Vierzehnter.” Heinrichs lag in der Rückschau völlig richtig. Am 27. Januar 2002 war Alemannia noch 11. der Tabelle, aber Hannover besiegte die Alemannia mit 4:2. Die Tore für Aachen schossen damals Bernd Rauw und Markus Daun. Es wurde deutlich, dass die schwarz-gelbe Truppe sich warm anziehen musste - trotz des neuen Glückscents im Anstoßpunkt.

Der alte Tivoli bekam zu der Zeit für viel Geld eine neue Rasenheizung, die alte war ewig defekt und musste reklamiert werden - auch deshalb war der Glückscent nötig, erinnert sich auch Präsidiumsmitglied Tim (Wolfgang) Hammer. Auch ihm kam die Aktion von Obermeister Hansen wieder in den Sinn: „Jetzt wissen wir endlich, warum es im neuen Stadion noch nicht läuft!”

Die Idee, den Cent von Januar 2002 wieder auszubuddeln und feierlich in die neue Spielstätte einzulassen, stieß beim Schornsteinfegermeister auf spontane Zustimmung. Hansen wusste sogar noch, woher die Münze stammte. „2002 kam das Euro-Bargeld. Und wir haben von der Handwerkerschaft aus beim Neujahrsempfang im Rathaus dem Oberbürgermeister jenen Cent geschenkt.”

Und der damalige OB und Alemannia-Verwaltungsratsvorsitzende Jürgen Linden kam sogleich auf die Idee, das neue Geldstück im alten Tivoli zu verbuddeln. Doch der Ex-OB scheint den Cent vergessen zu haben, als der neue Tivoli am 17. August eingeweiht wurde. Doch Schornsteinfeger Hans Hansen steht wieder Gewehr bei Fuß, um die Schwarz-Gelben endlich auf die richtige Erfolgsschiene zu setzen: „Ich bin jederzeit bereit, den Cent im neuen Stadion feierlich wieder einzugraben”, meinte der Handwerksmeister zu den „Nachrichten”.

Auf lange Sicht

Er gestand aber auch: „Ich erinnere mich, dass das Spiel gegen Hannover völlig in die Hose ging. Es war nicht mit anzusehen, ich bin früher gegangen.” Auf lange Sicht jedoch war der Glückscent ein Erfolgsgarant - denn er hat auch denen geholfen, die nicht dran geglaubt haben!
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