Das Fest der Begegnung wird jedes Jahr größer und bunter

Von: Nina Krüsmann
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Das Fest der Begegnung auf dem Katschhof ist ein großer Schritt zum gemeinsamen Miteinander aller Menschen. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Schon von weit her hört man an diesem sonnigen Samstagvormittag die Trommeln auf dem Katschhof. Mit ihren fröhlichen Rhythmen ruft die Integrative Trommelgruppe der Viktor-Frankl-Schule die Aachener auf den Platz zwischen Dom und Rathaus. Hier findet bereits zum 33. Mal das „Fest der Begegnung“ der Arbeitsgemeinschaft Behindertenhilfe und der Stadt Aachen statt.

War man bei der Premiere 1981 noch unter sich, strömen mittlerweile Jung und Alt in die orangen Zelte, Aachener mit und ohne Behinderung erlebten bei schönem Sommerwetter ein vielseitiges Programm auf der Bühne mit Jazz und Rock. Folkloretänze der Lebenshilfe-Werkstätten und ein Auftritt der Mädchen und Jungen aus der AG Gebärdensprache an der Grundschule Am Römerhof unterhielten die Besucher über die Mittagsstunden. Auch Kinder kamen auf ihre Kosten, es wurde gebastelt und auf einer Hüpfburg konnte getobt werden. Rund 25 Vereine, Verbände, Institutionen und Selbsthilfegruppen präsentierten sich.

„Jedes Fest ist ein großer Schritt zum großen Begriff ,Inklusion‘, jedes Jahr kommen neue Organisationen hinzu, wird das Fest bunter“, freut sich Herbert Frings, Geschäftsführer der Lebenshilfe Aachen. Das Fest sei ein wichtiger Treffpunkt für die Vertreter der Organisationen, die sich um Menschen mit Behinderung kümmern. „Dieser Tag hat einen großen Wert. Unser Wunsch ist, die Begegnung auch im anderen Rahmen zu fördern, nicht nur heute“, betont Guido Rothkopf, Fachbereichsleiter der Caritas Lebenswelten.

Barrierefreiheit in den Köpfen

„Wer zum Beispiel über Autismus nichts weiß, kann auch schlecht Kontakt zu Betroffenen aufbauen. Hier erfährt man, wie Integration funktioniert. Das ermöglicht eine Barrierefreiheit in den Köpfen“, sagt Helmut Huntgeburth, Vorsitzender des Sozialverbands VdK, Kreisverband Stadt Aachen. Das Fest helfe Berührungsängste abzubauen und Brücken zueinander aufzubauen.

Christoph Siebenhaar, Fachkraft der Stabsstelle Autismus, erklärte am Stand der dem VKM angegliederten Heemann-Stiftung, was Autismus eigentlich ist. Im Betreuten Wohnen an der Vaalser Straße 40 leben derzeit zehn Autisten. Sie haben ein großes Bedürfnis nach festen Strukturen, sind zum Teil stark auf sich selbst fixiert und haben wenig Gefühl für soziale Regeln, suchen beispielsweise im Gespräch keinen Blickkontakt.

Auch das neue Inklusionsprojekt „Wir alle – Gemeinsam leben in der Städteregion“ präsentierte sich erstmals. An dem Stand der fünf kooperierenden Träger und der Aktion Mensch ging es um die anlaufenden Stadtteilprojekte in Aachen-Nord, Burtscheid, Monschau, Simmerath und am Westpark. Einer der Mitwirkenden hatte sich als Kaiser Karl verkleidet – ein beliebtes Fotomotiv für die vielen Besucher auf dem historischem Platz.

Musikalisch begeisterten die Rolling Bones vom Vinzenzheim sowie die Sun Lane LTD Aachen Jazzband. Die Kunstwerke und vor allem der mit viel Liebe zum Detail gestaltete Schmuck aus den Lebenshilfe-Werkstätten zog viele Blicke auf sich und so zeigte sich im Laufe des Tages wie wahr das Motto der Lebenshilfe doch ist: „Es ist normal, verschieden zu sein“.

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