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Das Ende des Kunstrasens erzürnt den Stadtsportbund

Von: Alfred Stoffels
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Aachen. Ohne Begeisterung hat Björn Jansen, Vorsitzender des Stadtsportbunds, einen Teil der jüngsten Sparpläne von Schwarz- Grün zur Kenntnis genommen.

Es geht um die Umwandlung von Asche- in Kunstrasenplätze, ein Projekt, das im nächsten Jahr vorzeitig beendet werden soll. Für Jansen aus gleich mehreren Gründen ein fataler Plan.

Nach Stand der Dinge wollen CDU und Grüne das mit jährlich 500.000 Euro dotierte Kunstrasenprogramm Ende 2012 bis auf weiteres „aussetzen” und vor 2015 auch nicht über eine etwaige Neuauflage sprechen. In ihrer Absicht bestärkt fühlen können sich die Mehrheitsparteien durch das Ergebnis der Internet-Bürgerumfrage, bei der zwei Drittel der Teilnehmer dafür gestimmt hatten, das Kunstrasenprogramm zu streichen.

Der Chef des Stadtsportbunds hält das Votum schon „vom Gesundheitsstandpunkt her” für nicht vertretbar. Gerade die Kinder- und Jugendarbeit der Vereine sei auf diesem Gebiet immens wichtig, und es darauf ankommen zu lassen, „dass kleine Dötze mit aufgerissenem Oberschenkel nach Hause gehen”, sei nicht unbedingt klug.

Jansen, zugleich Bürgermeister der Stadt Aachen (SPD), kritisiert zudem, die Kunstrasenwidersacher in Politik und Verwaltung versuchten, „die Leute zu veräppeln”, denn das zur Verfügung stehende Geld komme im Rahmen der Sportpauschale vom Land und sei zweckgebunden. Wenn man die zur Verfügung stehenden Mittel also nicht in Kunstrasen investiere, würden sie irgendwo anders ausgegeben, „für die Stadt fallen nur die Pflegekosten von 5000 Euro an”.

Auch Udo Herforth, Jugendgeschäftsführer beim Burtscheider TV, schlägt Alarm und mahnt in dieser Situation die Solidarität aller Vereine an, „auch die derjenigen, die schon auf Kunstrasen spielen”. Als treibende Kraft bei der Aktion Kunstrasenstopp hat er Kämmerin Annkathrin Grehling ausgemacht, die schon vor zwei Jahren keinen Hehl aus ihrer Abneigung gegen das Projekt gemacht habe.

Herforth: „Wir vom BTV genießen seit drei Jahren den Kunstrasen, und dies hat uns insbesondere im Mädchenbereich hohen Zulauf gebracht. Ich denke, dass der Stadtsportbund gefordert ist, sich dem Handeln der Frau Grehling entgegenzustellen.”

Für Jansen ist klar, „dass wir nicht neben jeder Milchkanne einen Kunstrasenplatz anlegen können”, aber es sei völlig undenkbar, dass zum Beispiel ein Verein wie der FV Vaalserquartier mit seiner „riesigen Jugendarbeit” leer ausgehe. Dazu hieß es am Montag bei Schwarz-Grün, dass Vaalserquartier auf jeden Fall noch abgearbeitet werde.

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