Radarfallen Blitzen Freisteller

Das einstige „Küken“ wurde zur großen Chefin

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
5767958.jpg
Ab und an genießt sie den schönen Blick: Helen Rombach-Schwartz ist seit 25 Jahren in der Führunsgetage des ALRV. Dort regelt sie den gesamten kaufmännischen Bereich, während sich Frank Kemperman um die sportlichen Belange kümmert, Foto: Harald Krömer

Aachen. Es hat schon so etwas von Silberner Hochzeit: 25 Jahre sind es nun, die Helen Rombach-Schwartz beinahe täglich mit dem ALRV und somit gleichermaßen mit dem Weltfest des Pferdesports, dem CHIO, verbringt. Gefeiert hat die Lady an der Spitze des Aachen-Laurensberger Rennvereins die Sache bereits mit den Kolleginnen und Kollegen – eher etwas zögerlich, denn Helen Rombach-Schwartz steht gar nicht gerne im Rampenlicht.

Doch damit all die anderen, die Beerbaums, de Ridders, Weinbergs oder in früheren Zeiten Winkler, Neckermann oder Schockemöhle ihr hohes Können auf den Parcours in Szene setzen können und konnten, muss eben ein Organisationstalent wie Helen Rombach-Schwartz ran. Ein solches Talent fällt nicht vom Himmel, es wächst heran und steht jetzt zweifellos im Zenit, denn Aufgaben und Herausforderungen in der Soers werden wahrlich nicht weniger.

Aus Kanada zurück in die Soers

Damals, 1988, war die in Kanada bei ihren „pferdeverrückten Eltern“, so ihr Zitat, lebende junge Dame erst 19 Jahre alt. Doch wie so viele war die in Würselen geborene junge Frau auch ein pferdenärrisches Mädchen, das völlig begeistert von der Reit-WM 1986 in Toronto war. Sie habe dann zurück ins gute alte Europa gewollt, dorthin, wo der Pferdesport eine lange Tradition hat.

Sie hörte über die „Neckermanns“ von einer freien Stelle beim ALRV und griff zu. „Der Anton hat gemeint, ich solle Monika Hagemann unterstützen“, erzählt sie. Mit „Anton“ war Anton Fischer, ehemaliger ALRV-Geschäftsführer und langjähriges Präsidiumsmitglied, gemeint.

Der stellte „das Küken“ aus Kanada neben die ALRV-Führungskraft Monika Hagemann. 1998 „beerbte“ Helen Rombach-Schwartz ihre Vorgängerin und wurde gleichzeitig „die rechte Hand von Klaus Pavel“, dem Präsidenten bis 2010, der in 17 Jahren seiner „Regentschaft“ den CHIO zu dem machte, was er heute ist. „Darf man das sagen, ‚die rechte Hand‘?“ war die spontane Frage. „Ja sicher“, bekräftigt sie, man merkt deutlich, dass sie mit Feuer und Flamme an der Seite von Pavel beim Heranwachsen des Turniers zum „Wimbledon des Pferdesports“ war. Aus Kanada war sie bereits gewohnt, an Computern zu arbeiten. Doch anders in Aachen. „Sicher gab es elektrische Schreibmaschinen“, erinnert sie sich an die erste Zeit. Doch für sie war nur ein betagtes Modell mit manueller Tastatur übrig.

All das konnte sie nicht bremsen, vor allem, da 1993 der rührige Geschäftsführer und heutige Vorstandsvorsitzende Frank Kemperman zum CHIO gekommen war. Der Niederländer ist vor allem für den sportlichen Ablauf, sie für den kaufmännischen Teil zuständig, und beide sind „die Führungsspitze“ in der Organisation. Heute ist man beim ALRV mit Apps für Smartphones und I-Pads in der Zukunft angekommen. „Man muss bedenken“, erklärt CHIO-Sprecher Niels Knippertz im Gespräch, „dass hier nicht nur Sachverstand, sondern auch viel unternehmerischer Mut gebündelt ist“. Zukunftsentscheidungen wie beispielsweise die Anschaffung einer kostspieligen Flutlichtanlage, um den Nationenpreis bei abendlicher Feststimmung übertragen zu können, dazu gehöre schon kaufmännischer Wagemut, so der Sprecher.

Mit Weitblick

So hat die heute „op dr Brand“ wohnende Chefin stets von ihrem transatlantischen Weitblick gezehrt. Ein Höhepunkt war für sie natürlich die WM 2006. Jetzt komme die EM 2015, darauf freue sie sich, gerade am Dienstag wurde das Logo vorgestellt, und die Kartenvorbestellungen zogen auf der Stelle an.

Kann sie das Spektakel denn auch ein wenig genießen? Zwischendurch stehle sie sich Zeit, sagte sie, gehe zum Beispiel sehr gerne in die samstägliche Musikdarbietung „Pferd und Sinfonie“. Kleine Fluchten gebe es auch am morgigen Samstag. Denn sie ist Fan des Eventings, des Vielseitigkeitsreitens: „Hier ist man mit dem Tier der Natur sehr nahe, das hat mir am Pferdesport immer so gefallen“, gestand sie. Da schaut sie in der Soers dann zu, hofft, dass ihre Lieblingsreiterin Ingrid Klimpke gut ins Ziel kommt.

Einer aber sei während der harten CHIO-Wochen ganz, ganz traurig. Am meisten in der Familie leide der kleine Münsterländer Aron. Denn das Tier kann gar nicht verstehen, dass es bei dem Trubel in den heiligen Hallen nicht wie sonst mit ins Büro darf. Aron, Pferde gehen beim CHIO eben vor!

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert