Das Dressurstadion ist zu klein geworden

Von: Holger Richter
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Dies könnte ein Teil der Stud
Dies könnte ein Teil der Studentenentwürfe für das Dressurstadion in der Soers sein: Denn Frank Kemperman möchte mit der Erweiterung das Stadion auch für andere Veranstaltungen fit machen - etwa für Musikkonzerte, für die der Innenraum bestuhlt werden müsste. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Was ist eigentlich der CHIO? Worum geht es eigentlich in der Dressur? Und wo ist bei einem Pferd eigentlich vorne und hinten? 25 Studierende des Fachbereichs Architektur der Fachhochschule (FH) Aachen bekamen die Antworten auf diese Fragen jetzt aus allererstem Munde.

Denn der Vorstandsvorsitzende des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV), Frank Kemperman höchstpersönlich, gab den angehenden Architekten und ihrem Dekan Professor Michael Wulf nun im Dressurstadion in der Soers eine Einführung in den Reitsport samt praktischer Dressurvorführung von ALRV-Mitarbeiterin Jana Kun.

Bei diesem Ausflug handelte es sich aber keineswegs um die Osterferienspiele der FH, sondern um einen Ideenwettbewerb für die Studenten. Die sollen für den ALRV nämlich Konzepte erstellen, wie das Deutsche-Bank-Dressurstadion um eine Tribüne erweitert werden könnte.

Die Studenten bekommen so „ein Thema zum Bearbeiten, das tatsächlich realisiert werden könnte”, wie Professor Michael Wulf den besonderen Reiz des Wettbewerbs beschreibt. Der Sieger bekommt zudem 1000 Euro. Und der ALRV erhält Ideen, wie das Stadion tatsächlich geschlossen werden könnte. Denn das ist durchaus geplant.

Rasante Entwicklung

„Wir denken immer an die Zukunft des CHIO”, sagt Frank Kemperman. „Wenn wir das nicht machen würden, wäre das Turnier tot.” Und die Erweiterung des Dressurstadions läge angesichts der rasanten Entwicklung des Sports auf der Hand.

„Am letzten Turniertag 2011 war der Große Dressurpreis am zweiten Turniersonntag 2012 bereits ausverkauft.” Der „Totilas-Hype”, der langjährige Dressurstreit zwischen Deutschland und den Niederlanden sowie die gestiegene Konkurrenz im Dressursport habe der Sportart extrem gutgetan. „Allein in diesem Jahr gibt es bestimmt fünf ernsthafte Kandidaten für den Olympiasieg.” Mit anderen Worten: Das Dressurstadion in der Soers mit seinen 4500 Plätzen ist zu klein geworden für die Sportart.

Also hat der ALRV damit begonnen, eine Mappe zusammenzustellen, in der alle Pläne des Stadions und alle Anforderungen für die neue Tribüne - etwa Integration einer Bühne für außersportliche Veranstaltungen, Fluchtwege und Toiletten für die Zuschauer, Funktionsräume für Sportler und Medien - enthalten sind.

„Diese Mappe war eigentlich für interessierte Architekturbüros gedacht”, erklärt Kemperman, doch über einen persönlichen Kontakt zur FH sei dann die Idee des Wettbewerbs geboren worden. „Also haben wir die Mappe fertiggestellt und sind jetzt schon weiter in den Planungen als ursprünglich gedacht.”

Europameisterschaft 2015

Den Siegerentwurf will der ALRV dem Architekturbüro, das die Erweiterung letztlich planen und umsetzen wird, als Inspiration weiterleiten. Doch bei der tatsächlichen Realisierung hat auch die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) noch ein Wörtchen mitzureden.

Denn die entscheidet am 6. Juni, ob Aachen im Jahr 2015 die Europameisterschaften im Springen, Voltigieren, Reining, Fahrsport sowie in der Dressur und der Vielseitigkeit austragen darf oder nicht. Wenn ja, dann würde sich das Vorhaben einfacher finanzieren und schneller realisieren lassen, glaubt Kemperman, der sich vorstellen könnte, die Erweiterung zwischen den Turnieren 2013 und 2014 durchzuziehen. „Dann hätten wir beim CHIO 2014 einen Probewettbewerb für die Europameisterschaft 2015.” Doch egal, wie die FEI entscheidet, „weiterverfolgt wird das Vorhaben auf jeden Fall.”

Unabhängig davon fällt Mitte Juni die Entscheidung im Studentenwettbewerb. Der Sieger wird beim CHIO (29. Juni bis 8. Juli) vorgestellt, die Arbeiten werden präsentiert. Michael Wulf lässt sich das nicht entgehen. „Ich will wissen, wie unsere Entwürfe beim Turnier ausgestellt werden”, sagt der FH-Dekan. „Und den Reitsport nehme ich dabei gerne mit.” Schließlich weiß er jetzt, wo beim Pferd vorne und hinten ist.
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