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Das Da-Theater: Raus aus der Zivilisation, rein in die Wildnis

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:
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Darf man ein Tier töten, um zu überleben? Diese und andere Fragen stellen sich die jungen Schauspieler das Das Da-Jugendclubs Teens II in dem Theaterstück „end of the road“. Themen wie Wildnis, Sehnsucht und Einsamkeit stehen im Mittelpunkt. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Über allem steht die Sehnsucht. Sie treibt drei junge Leute in die Wildnis, um den Spuren von Alexander Supertramp zu folgen. Dabei geraten auch sie schließlich an ihre Grenzen. Tanja Meurers, Leiterin des Jugendclubs Teens II des Das Da-Theaters, hat die Geschichte von Christopher MacCandless alias Alexander Supertramp ausgesucht, weil sie den Film so spannend fand.

Der MacCandless war ein Aussteiger und wollte weg von der Zivilisation. Er starb in einem abgelegenen Gebiet in Alaska, wo er einige Tage in einem alten Bus lebte. Und genau dieser Bus ist das Ziel der drei jungen Leute im Theaterstück. Sofia ist im Stress. Familie, Schule: Alles wird ihr zu viel. Gemeinsam mit zwei Freunden verabredet sie sich im Internet, um nach einem „intensiveren, reicheren“ Leben zu suchen. „Wir haben mit Improvisationen begonnen, um uns dem Thema zu nähern“, erklärt Tanja Meurers die Vorgehensweise bei der Produktion.

13 Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren haben sich neun Monate lang mit der Geschichte beschäftigt. Die Themen Wildnis und Sehnsucht standen dabei immer wieder im Mittelpunkt. Die jungen Leute schrieben ihre eigenen Texte, die zum Teil dann auch so für die Bühnenproduktion verwertet wurden. „Wir haben viel gemeinsam entschieden“, meint Meurers. Mit der Leistung ihrer Schauspieler bei der Aufführung von „end of the road“ im Da Da-Theater an der Liebigstraße am vergagnenen Freitagabend ist sie voll zufrieden. Und auch das Publikum ist sichtlich begeistert.

Mit einfachen Mitteln hat die Gruppe der Geschichte des Aussteigers Leben eingehaucht. Die Inszenierung der Online-Unterhaltung der drei Jugendlichen mit Tastengeklimper und voneinander abgewandten Gesichtern kommt ebenso überzeugend rüber wie das einfache Bühnenbild. Die Wandtafel im Hintergrund wird da in Windeseile mit schnell dahin gezeichnetem Bus und Baum zur Kulisse für das Leben in der Wildnis.

Und das entpuppt sich dann doch als schwierig und auch einsam. Darf man ein Tier töten, um zu überleben? Diese Frage stellen sich nicht nur die Jugendlichen auf der Bühne. Laut Meurers hat die Gruppe gerade auch über dieses Thema lange diskutiert.

Die jungen Leute seien während der Proben zu einer eingeschworenen Truppe geworden, meint Meurers. Bis auf zwei waren alle schon bei der letzten Produktion dabei. Während eines gemeinsamen Wochenendes mit Übernachtung im Theater haben sie sich noch besser kennengelernt. Bei der ausverkauften Aufführung konnten sie nun zeigen, was in ihnen steckt.

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