Aachen - Das „Chez Alito” ist das Wohnzimmer der Wirtsleute

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Das „Chez Alito” ist das Wohnzimmer der Wirtsleute

Von: Georg Dünnwald
Letzte Aktualisierung:
„Die Farbe der Liebe” singt
„Die Farbe der Liebe” singt Alito Kreft zur Freude seiner Frau Karin Salomon. Er kann singen, keine Frage. Die Gäste freuen sich immer, wenn der Wirt zur Gitarre greift.

Aachen. „Nee, die Wirtschaft ist überfüllt, Sie können beim besten Willen nicht mehr reinkommen”, versperrte vor Jahren Gastwirt Alito Kreft dem enttäuschten Mann den Eintritt.

Erst die Intervention eines Stammgastes, „den habe ich doch extra aus Eupen mitgebracht”, ließ das Herz des Patrons vom „Chez Alito” an der Lichtenbuscher Straße erweichen. „Der Mann war schließlich Fred Bertelmann”, erinnert sich der 78-Jährige mit einem breiten Lächeln. „Klar hab ich den Schlagerstar reingelassen, der hat sich auf einen Barhocker gesetzt und seinen Lachenden Vagabund gesungen. Sein Bariton war so toll, der brauchte nicht mal ein Mikro, die Stimme erfüllte das ganze Lokal” erzählt Alito ein Anekdötchen aus seiner dreißigjährigen Kneipenzeit.

Es gibt nicht viele Öcher, denen das „Chez Alito” unbekannt ist. Vielleicht jüngere Leute, aber wenn die ersten grauen Haare durchscheinen, ist die urige Gaststätte im belgischen Lichtenbusch eine der ersten Adressen. Da treffen sich Opernsänger Willy Schell und Bestatter Rudi Moos, Hubert Crott schaut mal rein, auch Spitzenkoch Maurice de Boer, Karl-Heinz Lambertz, der Ministerpräsident der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, ist Stammgast. Und Alt-Discjockey Klaus Quirini gehört schon zum Inventar. Überhaupt, Alito zog und zieht jede Menge Promis an. Wie die „Höhner”, wie den amerikanischen Komponisten Tommy Graham (Only you). Sie alle kommen und kamen, aus Aachen viele, aber auch aus Köln, Neuss, Düsseldorf - ja sogar aus den Weltstädten Paris, London, New York und Madrid ist das „Chez Alito” mit seinen 40 Sitzplätzen immer wieder ein geliebter Stopp.

Alito Kreft schmeißt den Laden hinter der Theke, seine Frau Karin Salomon sorgt für die Speisen, spült, putzt, räumt auf. „Unsere Speckmäntelchen sind Spitze”, sagt Alito. Seine Frau ergänzt: „Und erst die Steaks.”

Wer das Chez Alito betritt, der wird vom Charme der Gastwirtschaft und der Wirtsleute gleich eingenommen. Und wenn Alito in seinem „Wohnzimmer” zur Gitarre greift und Lieder wie „Die Farbe der Liebe” oder „Quando” singt, dann merkt jeder, der Mann ist Profi. Immerhin war er 1956 Mitbegründer der Aquis Combo und hatte Anfang der Sechziger Jahre mit seiner Band Auftritte im Abendprogramm des Fernsehens. „Es wird noch lange dauern, bis wir aufhören”, verspricht Karin Salomon noch viele Jahre Gemütlichkeit im Lokal „Chez Alito”.

Am heutigen Samstag wird ab 16 Uhr heftig gefeiert. „Das kann bis in den frühen Morgen gehen”, wissen die beiden Wirtsleute. Bürgermeister Hans-Dieter Laschet - übrigens auch Stammgast - wird eigens dafür einen Teil der Lichtenbuscher Straße sperren lassen.

Denn Alito und Karin bauten bereits am Freitag ein Zelt auf, in dem die 200 bis 250 Personen, die kommen wollen, Platz finden sollen. Bis Mitternacht werden nämlich rund 40 Musiker für Stimmung sorgen. Sie alle gratulieren so zum Jubiläum und bedanken sich für die einzigartige Gastlichkeit.

In ein Sparpöttchen darf der eine oder andere Obolus geworfen werden. Und der kommt dem „Abenteuerland Grüne Eiche” zu Gute. Dort werden behinderte Jugendliche reittherapiert.
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