Das Centre wird deutlich teurer als gedacht

Von: Gerald Eimer
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Blick auf das alte Verwaltungs
Blick auf das alte Verwaltungsgebäude am Katschhof: Weil sich die Abbrucharbeiten im Innern verzögerten, kann das Centre Charlemagne vermutlich erst im Juli nächsten Jahres fertiggestellt werden - vier Monate später als geplant. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der Bau des „Centre Charlemagne” am Katschhof wird deutlich teurer als geplant. Nach jüngsten Berechnungen kalkuliert die Stadt Mehrausgaben von gut 1,3 Millionen Euro ein - damit stiegen die Gesamtausgaben für den Umbau des alten Verwaltungsgebäudes auf über 12,2 Millionen Euro. Zugleich hat sich die Bauzeit schon jetzt um ein halbes Jahr verlängert.

Überbringer der schlechten Nachrichten ist Michael Ferber, technischer Leiter des städtischen Gebäudemanagements, der den Politikern am Mittwoch im Hauptausschuss die Hintergründe erläutern wird. So sei es vor allem bei den Abbrucharbeiten im Innenhofbereich zu erheblichen Verzögerungen gekommen - verbunden offenbar auch mit Unstimmigkeiten zwischen Stadt und Abbruchunternehmen. Ein Rechtsstreit ist nicht ausgeschlossen.

Weitere Probleme sollen zudem die lange Frostperiode und der Untergrund bereitet haben. Zeitweilig habe Schichtenwasser gedrückt, zudem musste die Statik durch zusätzliche Erdanker gewährleistet werden. Im weiteren Bauablauf hoffen die Generalplaner nun noch mindestens zwei Monate herausholen und die Verzögerung auf vier Monate begrenzen zu können.

An den Mehrausgaben wird die Stadt hingegen kaum noch etwas drehen können: Sie ergeben sich teils aus Baupreissteigerungen, aus „nicht vorhersehbaren Maßnahmen”, Honoraranpassungen und auch aus Forderungen von Unternehmen, die durch den verzögerten Abbruch in ihrer Arbeit behindert wurden. Zusätzliche Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) kann die Stadt nicht erwarten - sie muss selber sehen, wie sie die steigenden Kosten auffängt. Auf die im Frühjahr 2013 geplante Eröffnung des Centre Charlemagne soll die Bauzeitverlängerung keine Auswirkungen haben.

Das Centre soll Ausgangspunkt der „Route Charlemagne” werden, die als neuer Touristenmagnet wichtige historische Bauten der Stadt miteinander verknüpfen soll. Verwirklicht wurde bislang lediglich die Station Rathaus, im nächsten Monat, am 8. Juli, soll das neue Zeitungsmuseum eröffnet werden und die Route um eine Station erweitern. 2013 ist dann die Eröffnung des Centre Charlemagne geplant. Ob die Route jemals über diese drei Stationen hinauswachsen wird, ist nicht zuletzt wegen der Kürzungen im Bereich der Städtebauförderung inzwischen höchst fraglich. Die Route Charlemagne ist das Nachfolgeprojekt des durch einen Bürgerentscheid gestoppten Bauhauses Europa, das für rund 31 Millionen Euro am Katschhof errichtet werden sollte.

Nun soll dort vor allem Raum für eine große stadthistorische Dauerausstellung, aber auch für wechselnde Events geschaffen werden. 2014 ist dort parallel zur Heiligtumsfahrt eine große Karls-Schau geplant. Wissenschaftler und ein Münsteraner Büro haben mit den Vorbereitungen bereits begonnen. Das Ausstellungskonzept soll in diesem Sommer vorgestellt werden. Die geschätzten Kosten von rund zwei Millionen Euro sollen möglichst von privaten Geldgebern getragen werden.
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