Das Autonome Zentrum erhält einen langfristigen Mietvertrag

Von: Gerald Eimer
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Die Verkaufsverhandlungen sind abgeschlossen: Ein Projektentwickler wird das ehemalige Gesundheitsamt zum Hostel umbauen. Der RWTH-Slogan muss vom Dach verschwinden. Foto: Harald Krömer

Aachen. In nichtöffentlicher Sitzung hat der Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss am Dienstag dem Verkauf des ehemaligen Gesundheitsamts zugestimmt. Wie berichtet, soll der Komplex am Hauptbahnhof zu einem Hostel der A&O-Gruppe umgebaut werden. Zielgruppe für die dort geplanten 98 Zwei- bis Vierbettzimmer sind vor allem junge Leute mit schmalem Geldbeutel.

Strittig war bis zuletzt, unter welchen Bedingungen das Autonome Zentrum (AZ) den unter dem Gebäude liegenden Bunker für seine Veranstaltungen nutzen kann. Zunächst hatte der Investor, eine Projektentwicklungsgesellschaft aus Wetzlar, vor, einen Teil des Bunkers zu einem Frühstücksraum umzubauen. Inzwischen ist jedoch klar, dass das AZ dort bleiben kann – laut Mietvertrag mindestens für die nächsten zehn Jahre mit Option auf Verlängerung um weitere zehn Jahre.

Überwiegend zufrieden äußern sich nunmehr auch AZ-Vertreter, die lange um ihre Räume gebangt haben, über die gefundene Lösung. „Der Mietvertrag ist ganz gut“, meint Lasse Mönch. Im Detail seien noch Absprachen nötig. So will das AZ den Nutzungsvertrag für die Bunkerräume ausschließlich mit der Stadt abschließen – dies, um sich von Insolvenzen oder Eigentümerwechseln der Räume unabhängig zu machen.

Vorgesehen ist demnach, dass die Stadt den Bunker vom neuen Käufer unentgeltlich anmietet und dem AZ zur Nutzung überlässt. Der bisherige Eingang wird nach erfolgtem Umbau nur noch als Notausgang dienen. Der Investor soll einen neuen Eingangsbereich an der Hackländerstraße schaffen.

Auch an anderer Stelle werden dem Projektentwickler zusätzliche Kosten entstehen, denn der Bau ist mit Asbest belastet. Wie hoch die Sanierungskosten sind, ist noch unklar. Je nach Höhe muss auch die Stadt daran beteiligt werden.

Aus Sicht der Politik ist mit den nun ausgearbeiteten Verträgen eine gute Lösung für das ehemalige Gesundheitsamt gefunden worden. Das AZ kann bleiben, stellen insbesondere die Grünen erleichtert fest, die sich seit der Gründung für die selbstverwaltete und nichtkommerzielle Einrichtung stark machen. Und ein Hostel könne die Stadt gut gebrauchen.

A&O, künftiger Mieter und Betreiber der Immobilie am Hauptbahnhof, ist bislang in Deutschland, Österreich und Tschechien im sogenannten Low-Budget-Segment tätig. Die Mischung aus Hotel und Jugendherberge spricht vor allem Jugendgruppen und junge Familien an. A&O geht gezielt in Bahnhofsnähe und in die Zentren der Städte. Die überall gleiche Ausstattung soll für einen hohen Wiedererkennungswert sorgen.

Die hauseigene Werbung für das Hostel hat jedoch auch zur Folge, dass die auf dem Dach montierte Leuchtreklame „RWTH Aachen University/Stadt der Wissenschaft“ in Kürze abgeschraubt werden muss. Ein neuer Standort für den Slogan ist offenbar noch nicht gefunden.

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