Dann fliegt Raupe Rudi als Schmetterling davon

Von: Werner Czempas
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Eine Raupe geht in die Luft: Werner Aschmann hat sich einen Traum erfüllt und ein Buch geschrieben. „Der Traum vom Fliegen” beschreibt die Verwandlung einer Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Werner Aschmann hat sich einen Traum erfüllt. Er hat ein Büchlein geschrieben, das alle, denen es in die Hände fällt, entzückt. Es erzählt von der Raupe Rudi, die auf ihrem Baum in einem Schrebergarten blätterknabbernd vom Fliegen träumt. Und tatsächlich, eines Tages, welch staunenswertes Schauspiel der Natur, fliegt Rudi als wunderschöner Schmetterling davon.

„Der Traum vom Fliegen” hat Werner Aschmann sein kleines Märchen genannt. Sein Held Rudi Raupe verdankt seine Existenz einem Krankenhausaufenthalt des 66-jährigen Rentners. Ein paar allzu langweilige Wochen ans Bett gefesselt, ging dem ehemaligen Elektrotechniker und VHS-Dozenten eines Tages das Naturwunder nicht mehr aus dem Sinn, „dass ein Tier, das nicht fliegen kann, sich in ein Tier verwandelt, das fliegen kann”.

Aschmann schrieb seine Einfälle über diese „wunderbare Verwandlung” nieder. So krabbelt Langschläfer Rudi Raupe auf seinen Blättern herum, begegnet den Blattläusen und dem klugen Marienkäfer Karl, der mit seinen Flugkünsten protzt und, als Rudi von seinem Baum fällt, die Raupe vom Fliegen träumen lässt, bevor sie eines Tages träge wird und sich als Puppe in einen „Schlafsack” rollt, aus dem Kokon sich später befreit - bevor, „sein größtes Wunder”, Rudi Raupes Traum vom Fliegen wahr wird und er als bunter Schmetterling „immer weiter fliegt...”.

Ein befreundeter Journalist war vom hübschen Einfall und vom Text begeistert. Fortan geschah alles hinter dem Rücken des Autors. Ehefrau Eva Aschmann ließ die Geschichte von Rudi Raupe heimlich drucken und überraschte eines Tages ihren Mann: „Guck mal, da ist dein Büchlein.” Werner Aschmann blätterte „mit gemischten Gefühlen” in seinem Werk.

„Der Traum vom Fliegen” hat einen eigenartigen, besonderen Reiz. In der kleinen Geschichte steckt nicht nur das Naturwunder der Metamorphose, sondern auch viel Lebensphilosophie. Der Kranke, plötzlich ans Bett gefesselt, möchte wohl davonfliegen. Der stressgeplagte moderne Mensch hetzt voran, doch leider, so Werner Aschmann in seinem Vorwort: „Was auf der Strecke bleibt, das sind unsere Träume.” Seine Lebenserfahrung: „Wenn wir keine Träume mehr hätten, wäre das Leben ziemlich trostlos.”

Auf Adventsmärkten in den vergangenen Wochen und in einem Kulturcaf hat Werner Aschmann sein Büchlein vorgestellt. In den kommenden Wintertagen will er zu einer Vorlesung ins Seniorenstift Radermecher am Hasselholzer Weg einladen. „Die Resonanz, vor allem bei der älteren Generation, finde ich einfach toll”, erzählt der schreibfreudige Rentner nicht ohne Stolz.

Beflügelt vom ersten guten Gelingen, sitzt Werner Aschmann an einem zweiten Band, in dem er seine beruflichen Kenntnisse als Elektrotechniker nutzen will. „Ernie aus der Steckdose”, so der Arbeitstitel, soll „kindgerecht beschreiben, wo der Strom herkommt, was man alles damit machen kann oder was passiert, wenn wir keinen hätten”.
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