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Dank Sturm „Ulli” bleibt die Manege frei

Von: Werner Breuer
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Sichern gegen den orkanartigen
Sichern gegen den orkanartigen Sturm: Im Zelt des Weihnachts-Circus-Festivals auf dem Bendplatz wurden gestern die beiden Vorstellungen vorsichtshalber abgeblasen. Das Risiko für die Artisten bei den „Luftnummern” wäre zu groß Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „Ulli” hat die Stadt am Dienstag einigermaßen zerzaust. Der Sturm fegte mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 110 Kilometern pro Stunde über Aachen. Für Michael Eichner gilt er damit als „orkanartiger Sturm”.

Der Wetterbeobachter hat an der Aachener Wetterwarte in Orsbach Spitzenwerte von 30,7 Meter pro Sekunde gemessen. „Das entspricht Windstärke 11”, erklärt Eichner. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes war der Westzipfel damit am Dienstag Rekordhalter in Deutschland. Zum richtigen Orkan hat es „Ulli” aber nicht gebracht. „Das gilt erst ab Windstärke 12”, erklärt Eichner.

Das reichte aber schon, um den Alltag der Aachener gründlich durchzupusten. Wer sich etwa auf ein tolles Spektakel beim Aachener Weihachts-Circus-Festival gefreut hatte, wurde dank „Ulli” enttäuscht. Die beiden Vorstellungen um 15 Uhr und um 20 Uhr wurden aus Sicherheitsgründen abgesagt. Die Karten behalten allerdings ihre Gültigkeit, betont der Veranstalter. Die Tickets können bei jeder der zehn noch geplanten Vorstellungen bis zum kommenden Sonntag eingelöst werden.

Die Mitarbeiter des Circus-Festivals hatten derweil alle Hände voll damit zu tun, das Zelt auf dem Bendplatz mit Seilen gegen den Sturm zu sichern. Dabei gilt die Konstruktion nach Angaben von Sascha Freudrich, dem Produzenten des Circus-Festivals, als sturmsicher. Auch bei solchen Windgeschwindigkeiten „würde den Zuschauern nichts passieren”, versichert Freudrich.

Allerdings kämen sie in der Vorstellung nicht wirklich auf ihre Kosten: „Die ganzen Luftnummern kann man unter diesen Umständen nicht machen”, erklärt der Produzent, das Risiko für die Artisten wäre zu groß. Auch das sogenannte Todesrad wären dann zu einer Zwangspause verurteilt. Weil aber ein nicht geringer Teil des Programms aus solchen spektakulären Nummern bestehe, sei es sinnvoller, die beiden geplanten Vorstellungen gleich ganz abzublasen. Auch wenn baubehördliche Auflagen für solche Fälle die Show vielleicht gestattet hätten, wollte Freudrich das verehrte Publikum lieber nicht über mitunter weite Strecken anreisen lassen.

Zumal die Anreise bei orkanartigem Sturm auch mit Risiken verbunden gewesen wäre. Zwar kippten in Aachen nicht, wie im Umland, Lastwagen und Autos um, aber „Ulli” fegte in der Stadt Dachziegel von den Dächern und knickte Bäume. Einen musste die Feuerwehr an der Elsa-Brand-ström-Straße kontrolliert niederlegen, ein weiterer kippte im Laurensberger Tittardsfeld auf zwei parkende Autos.

Glück im Unglück hatte eine 45-jährige Frau, die in Haaren von einer herabstürzenden Satellitenschüssel getroffen wurde. Der Apparat krachte allerdings zuerst auf den Wagen der Monschauerin, die neben ihrem Auto stand. Erst danach traf die Schüssel die Frau, die leichte Verletzungen am Kopf erlitt. Sie wurde im Aachener Klinikum ambulant behandelt.

Die Aachener Feuerwehr war nach Auskunft von Einsatzleiter Richard Breuer mit einer Vielzahl von Einsätzen ordentlich beschäftigt. Unter anderem musste auf der Autobahn 4 ein Lkw „freigeschnitten” werden, der von einem schweren Ast getroffen worden war. Zu einer gefürchteten „Massenlage”, bei der die Wehrleute gewissermaßen an allen Ecken der Stadt gleichzeitig im Einsatz sein müssten, kam es aber nicht.

Und die Polizei meldete „ab 17.37 Uhr keine weiteren witterungsbedingten Einsätze” mehr.
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