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Damit die Energiewende gelingt

Von: Berthold Strauch
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Dass die Bewältigung der Energiewende ein Herkulesprojekt ist, dürfte sich herumgesprochen haben.

Die Verbraucher bekommen immer mehr zu spüren, dass sich der Abschied von der Atomkraft bei ihnen in der Geldbörse schmerzlich bemerkbar macht, weil die Strompreise langsam in schwindelerregende Dimensionen steigen. Alternative Energien müssen her. Und die kosten eben. Auch die technischen Aspekte, der dringend gebotene Ausbau der Stromnetze, stellen die Verantwortlichen vor große Aufgaben.

Ehrgeizige Forschungsaufgabe

In Aachen wurde am Montag der offizielle Startschuss für eine ehrgeizige Forschungsaufgabe gegeben, die insgesamt 13 Partner für vier Jahre zusammenbindet, um die Energiewende besser bewältigen zu können. „Smart Area Aachen” nennt sich das Pilotprojekt, das in den Businessräumen des Tivoli-Stadions mit einer Expertentagung gestartet wurde. „Die Energiewende ist eine riesige Herausforderung”, bekräftigte denn auch Georg Menzen vom Referat Energieforschung im Bundeswirtschaftsministerium, das das auf ein Finanzvolumen von zehn Millionen Euro veranschlagte komplexe Vorhaben unterstützt. Und diese Mammutaufgabe, so Menzen weiter, sei „nicht ohne Innovationen zu bewältigen. Wir brauchen neue technologische Ansätze. Sonst wird die Energiewende scheitern.”

„Die Netze stehen im Mittelpunkt der Energiewende”, unterstrich Vorstandsmitglied Peter Asmuth vom federführenden Aachener Energieversorgungsunternehmen Stawag. „Wir müssen extrem in intelligente Netze investieren.” Nur so könne die Aufgabe gelingen, dezentral erzeugte regenerative Energien in die Versorgungsstruktur zu integrieren, so wie es die Bundesregierung auf ihre Fahnen geschrieben hat.

Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp sprach angesichts der zu lösenden Aufgaben in Sachen künftiger Energieversorgung von einer „Revolution”. Damit einher gingen erhebliche industrielle Veränderungen, in deren Folge „ganze Zweige wegbrechen werden”, lenkte Philipp etwa beim Sektor Elektromobilität die Aufmerksamkeit auf die aktuellen Herstellungsprozesse der Autobranche. Dieser Wandel biete für das Stadtleben auch Chancen, die es zu gestalten gelte. Aachen, so die Überzeugung Philipps, könne dank der engen Anbindung an die RWTH zu einem Vorreiter der Gestaltung der infrastrukturellen Herausforderungen der Energiewende werden, bei der Lösungen für das ganze Land präsentiert werden könnten.

Zu den Verbundpartnern von „Smart Area Aachen” gehört auch das Institut für Hochspannungstechnik, das Professor Armin Schnettler leitet. Er skizzierte einige der Aufgaben, die es zu bewältigen gelte. Informations- und Kommunikationslösungen spielen dabei eine wichtige Rolle. Eines der vorgesehenen Verbundprojekte beschäftigt sich mit „intelligenten Ortsnetzstationen”. In diesem Vorhaben, wie auch in den fünf weiteren, mischen starke industrielle Partner aus der Energie- und Versorgungstechnik mit, zum Beispiel der Schweizer ABB-Konzern. Spannungsqualität, Kommunikations-Infrastruktur, Netzzustandsprognosen, Stromnetzplanung und Instandhaltung sind weitere Aufgabenfelder des Smart-Area-Konsortiums. Auf Hochschulseite zählt ebenso das von Professor Albert Moser geleitete RWTH-Institut für Elektrische Anlagen und Energiewirtschaft (IAEW) zu den Teilnehmern, darüber hinaus die Technische Universität Dortmund. Neben weiteren industriellen Partnern wie Nexans, PSI und SAG kümmert sich die Stawag um die Koordination der Begleitforschung, Standardisierungs- und Normungsprozesse für die entwickelten Lösungsansätze. Auf der Verwertungsseite ist gleichfalls das Aachener Ingenieurbüro BET, Berater der Energie- und Wasserwirtschaft, engagiert, das sich um die Entwicklung von Geschäftsmodellen kümmert.

In dem Zusammenhang sprach Stawag-Vorstand Asmuth von der notwendigen Entwicklung von „Netzzugangsgebühren”, die infolge der Installierung von immer mehr Kleinanlagen zur Stromproduktion bei den Bürgern die zunehmenden Absatzausfälle bei den Versorgungsunternehmen kompensieren könnten. Deren Aufgabe, die Infrastruktur bereitzustellen, bleibe ja, wenn der eigene Stromabsatz sinke. Immerhin seien die Verteilnetze für bis zu 90 Prozent der Kosten verantwortlich. Bis 2020 soll der Anteil erneuerbarer Energien laut Bundesregierung auf 35 Prozent steigen, bis 2050 sogar auf 80 Prozent. Dabei stellt sich auch die Frage der Speicherung immer dringender.
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