Configurani: „Für Zirkus ist man nie zu alt”

Von: Elisa Zander
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20 Jahre Kinderzirkus an der Viktoriaschule: Beim Fest zum 20-Jährigen bewiesen die ehemaligen „Configuranis”, dass sie immer noch jonglieren können. Foto: Heike Lachmann

Aachen. „Wer hätte das vor 20 Jahren gedacht?” Beim Blick zurück wird Franz-Josef „Krenne” Aymans dann doch ein bisschen melancholisch. 20 Jahre voller Erinnerungen an all die Schüler, die kamen und gingen.

Was damals als Einrad- und Jonglier-AG, initiiert von „Krenne” begann, entwickelte sich rasant zu einer großen Zirkusgruppe, mit der der Lehrer der Viktoriaschule bis heute alle Hände voll zu tun hat. „Configurani” nennen sie sich. Nach dem Unterricht stecken sie all ihr Herzblut in die Entstehung einer Zirkusgeschichte.

Nach dem Start mit gerade einmal 20 Schülern wurde die Gruppe schnell größer, aktuell zählt die Arbeitsgemeinschaft 200 Aktive. Doch die standen beim Fest zum 20-Jährigen in der Aula der Viktoriaschule weniger im Vordergrund. Vielmehr waren es die „Alten”, die Ehemaligen, die vor zehn, 15 oder sogar 20 Jahren als Gründungsmitglieder in der Gruppe aktiv waren.

Aufführung als Sahnehäubchen

Sie waren noch einmal zurückgekehrt, um innerhalb von nicht mehr als vier Tagen ein komplett neues Programm auf die Beine zu stellen. „Wir haben hier in der Aula geprobt, gegessen und sogar geschlafen”, erzählt Krenne Aymans. Die Arbeit hat sich gelohnt. Artistennummern, Jonglage und natürlich Clownerie gab es in einem zweistündigen Programm.

„Viele waren überrascht von dem, was sie nach den Jahren alles noch können”, erzählt Krenne Aymans. „Manche haben sogar Sachen geschafft, die sie früher nicht konnten.” Die Gruppe hat die Vorbereitungszeit sichtlich genossen, die Aufführung ist nur das Sahnehäubchen. „Mit Erwachsenen arbeitet es sich auch ganz anders”, grinst der Ober-Configurani. „Die sind viel organisierter und disziplinierter.”

Dennoch liebt der Zirkuschef, der zum großen Fest extra noch eines der alten Configurani-T-Shirts aus dem Schrank gezaubert hat, die Arbeit mit den „jungen” Zirkusschülern. Die Gruppen gliedern sich in 5. bis 8. Klasse, „Kleine Configuranis” (9./10. Klasse) und in die „Großen Configuranis” (Oberstufe). Letztere haben regelmäßige Auftritte in ganz Aachen und Umgebung. Besonderes Highlight ist beispielsweise ein Auftritt im „Zirkus Roncalli”.

„Der Staub muss raus”

Doch jede Altersgruppe ist wichtig und trägt zum Gelingen einer Zirkusaufführung bei. In den Gruppen erarbeiten sie ein Programm, das jeweils unter einem bestimmten Motto steht und eine Geschichte erzählt. So handhabten das auch die 45 Ehemaligen, die nach Aachen gekommen waren und in ihrem Programm gemeinsam einen Dachboden auf- und leer räumten. „Der Staub muss raus” hieß es, als die Moderatoren Yves de Marié und Uli Laven Stück für Stück und daran hängende Erinnerungen von der Bühne räumten und allerlei Spannendes zu Tage förderten: „Configuranis” etwa, die aus Umzugskisten springen oder Jongleure, die nur für Geld jonglieren.

Melancholie kam auch auf, als Videobotschaften alter Configurani-Mitglieder gezeigt wurden, die nicht zum Fest kommen konnten.

Für die Zukunft wünscht sich Krenne Aymans vor allem eines: Dass seine Zöglinge nicht zu erwachsen werden und die Aktiven im Configurani immer ein bisschen Kind bleiben. Doch eine Erkenntnis bleibt dem 52-Jährigen: „Für Zirkus ist man eh nie zu alt.”
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