Collage über Glück, Liebe und das Altern

Von: GRIT SCHORN
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Fünf Monate haben sie sich an
Fünf Monate haben sie sich an dem Thema Glück gearbeitet: Die 15 älteren Frauen und Männer des Theaterclubs Ü55. Foto: Theater Aachen

Aachen. Theaterbegeisterte Senioren über 55 Jahre haben fünf Monate an der Szenencollage zum Thema Glück gearbeitet - natürlich unter kundiger Anleitung: Regisseur Sebastian Jacobs entwickelte Inszenierung und Konzept, dramaturgisch begleitet von Harald Wolff.

Über 30 Leute hatten sich zunächst gemeldet, darunter auch „alte Hasen”, die bereits mehrfach im Ü55-Club dabei waren, ebenso wie interessierte Neulinge. Schnell schmolz die Zahl auf 15 Personen zusammen, Menschen zwischen 56 und 83, die das Bühnenabenteuer wagen wollten. Und viel Freizeit dafür zu opfern bereit waren?

„Ältere Menschen haben allerhand zu erzählen” - darüber sind sich Dramaturg Wolff und Musikregisseur Jacobs („Pollicino”) einig. Der Titel „Glücklich zu sein, erfordert eine gewisse Begabung” stammt aus Vorgesprächen und der „Materialsammlung” im Vorfeld der ganzen Aktion. Auch bei den älteren Jahrgängen geht es durchaus auch um Themen wie Liebe auf den ersten Blick und natürlich wie es ist, sich vielleicht im Alter neu zu verlieben. Und wie funktioniert überhaupt „Glück”? Oder was bedeutet heute die Aussage „bis dass der Tod euch scheidet”?

Verschiedene Lebenssituationen

Das Spektrum der Mitwirkenden offenbart ganz verschiedene Lebenssituationen: Der eine lebt allein, die andere ist verwitwet, mancher mag geschieden sein, manche haben sich erneut gebunden oder haben ganz neue Lebensentwürfe verwirklicht. „Die Frauen sind beim Ü55-Club in der Überzahl”, berichtet Dramaturg Wolff, „vielleicht deshalb, weil Frauen eher den Mut haben, auch im höheren Lebensalter etwas Neues auszuprobieren.”

Regisseur Jacobs fühlte sich oft „wie auf dem Feuerstuhl”, ist aber ebenso oft „sehr positiv beeindruckt” von Aussagen, Meinungen und der „Power der Älteren”. Die Zusammenarbeit sei wie „eine gefühlte Basisdemokratie mit höchst verschiedenen Individuen” verlaufen, schmunzelt der junge Regisseur. Dietlinde Grundmann, eine der Mitwirkenden, fühlte sich „liebevoll gelenkt”.

Die Szenencollage versteht sich nicht als Bühnenstück, eher als Suche nach einem roten Faden, der immer wieder neu aufgenommen werden kann. So spielt eventuell auch die Partnerwahl der eigenen erwachsenen Kinder eine Rolle ebenso wie die Frage, was man eigentlich für eine Schwiegermutter ist, wenn das Paar ohne Eheschließung zusammenlebt. Oder was sagen die erwachsenen Kinder zu einem „zweiten Frühling” der Mutter oder des Vaters? Regisseur Jacobs interessierte auch die Frage „was bedeutet heute, alt zu sein?” Denn das Leben der „Best Ager”, Senioren im besten Alter, habe ja auch oft Schattenseiten wie körperliche Einbußen, verändertes Umfeld oder Einsamkeit.

Für alle Altersgruppen eigne sich die aufschlussreiche Collage, die 55 Minuten dauern soll, passend zum Ü55-Theaterclub. Die Macher versprechen einen „interessanten und spannenden Abend” im beliebten Mörgens.

Termine und Kartenvorverkauf für das Ü55-Stück

Die Szenencollage „Glücklich zu sein erfordert eine gewisse Begabung” des Ü55-Theaterclubs feiert Premiere am Donnerstag, 19. April, im Aachener Mörgens, Mörgensstraße 34. Beginn ist um 20 Uhr. Weitere Aufführungen sind am 20. April um 20 Uhr, am 22. April um 18 Uhr, am 26. April um 20 Uhr und am 29. April um 18 Uhr.

Der Eintritt kostet sechs Euro. Karten gibt es an der Theaterkasse am Theaterplatz, unter der Telefonnummer 0241/4784244 oder im Internet unter http://www.theateraachen.de .
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