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Citykirche: Wiederaufbau des Chors wird ein Jahr dauern

Von: Heiner Hautermans
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Am Tag danach zeigt sich das ganze Ausmaß der Zerstörung in der Kirche St. Nikolaus an der Großkölnstraße. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Knapp drei Wochen ist es jetzt her, dass die Citykirche St. Nikolaus in hellen Flammen stand, und noch immer ist das Ausmaß und die Höhe des Schadens nicht ermittelt. Allein der materielle Verlust dürfte aber mehrere Millionen Euro betragen.

Am Mittwoch fand ein weiteres Gespräch der am Wiederaufbau Beteiligten stand, dabei sicherte ein Vorstandsmitglied der Gebäudeversicherung eine ausreichende Finanzausstattung zu. Erst in zwei Wochen kann das Gewölbe über dem Hochchor genauer untersucht werden.

Die Fachleute müssen nämlich prüfen, welche Steine dort nach dem Krieg verbaut worden sind, um mögliche Schäden zu ermitteln.
Die Experten sind allerdings leicht optimistisch, da die sechs durch den Brand zerstörten Fenster bis unter das Gewölbe ragen, so dass eine allzugroße Hitzeentwicklung dadurch möglicherweise vermieden wurde.

Klar ist aber, dass das von der katholischen und evangelischen Kirche gemeinsam genutzte Gotteshaus zu Ostern wieder in Betrieb genommen werden soll. Bis dahin wird eine Trennwand zwischen Hauptschiff und Hochaltar eingezogen. Für den Aufbau des schwer beschädigten Hochchores fehlt allerdings noch ein verlässlicher Zeitplan. Nach ersten Schätzung könnte die Wiederherstellung den Zeitraum von einem Jahr in Anspruch nehmen.

Hinweise erbeten

Immer noch offen ist, ob der am stärksten in Mitleidenschaft gezogene Hochaltar mit drei völlig zerstörten, unersetzlichen Bildern des Rubensschülers Abraham van Diepenbeeck wieder aufgebaut, rekonstruiert oder aber komplett modern gestaltet wird. Je nach Ausgestaltung könnte die dann getroffene Maßnahme zwei Jahre lang dauern.

Eine erstaunliche Erkenntnis hat sich aber bei der Untersuchung der Stahlhut-Orgel aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im gegenüberliegenden Bereich, nahe dem Haupteingang, ergeben: Sie ist zehnmal stärker mit Ruß belastet als das Mittelschiff. City-Seelsorger Dieter Spoo: „Es scheint eine Rußwalze unter dem Kirchengewölbe hindurchgezogen zu sein und hat sich auf der Orgel abgelagert.”



Die Verursacher des Großbrandes sind immer noch nicht ermittelt. Die Untersuchungen eines Brandschutzexperten haben die Aussagen von Zeugen bestätigt, dass das Feuer, das kurz nach Mitternacht in der Neujahrsnacht ausgebrochen war, durch einen Feuerwerkskörper ausgelöst worden ist.

Eine Gruppe westeuropäisch aussehender Jugendlicher im Alter von 19 bis 25 Jahren war nämlich dabei beobachtet worden, wie sie im Bereich der Kirche Silvesterraketen gezündet hatten. Den jungen Leuten selbst sind die Fahnder noch nicht auf die Spur gekommen. Polizeisprecherin Sandra Schmitz: „Wir sind nicht so weit, dass wir jemand in Verdacht haben.”

Deshalb bitten die Ordnungshüter die Bevölkerung um Mithilfe. Wer in der Neujahrsnacht entsprechende Beobachtungen gemacht hat oder sonstige Hinweise auf die Brandstifter geben kann, wird gebeten, sich mit der Kriminalpolizei unter Tel. 0241/9577-31101 oder 9577-34210 (außerhalb der Bürozeiten) in Verbindung zu setzen.
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