Aachen - City-Campus mit oder ohne Mensa?

City-Campus mit oder ohne Mensa?

Von: Wolfgang Schumacher
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Der Bereich zwischen Hauptgebäude, Super C und Kármán-Auditorium wird „aufgeräumt” und zum „Shared Space” umgebaut. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die überraschende Ankündigung des Studentenwerks, die alte Mensa Turmstraße quasi über Nacht abreißen und an gleicher Stelle neu bauen zu wollen, stieß im Planungsausschuss auf erhebliche Verwunderung.

Auf der Tagesordnung stand am Donnerstag der sogenannte „Masterplan” der Berliner Architekten Machleidt+Partner, der den fraglos dringend erforderlichen Mensa-Neubau an anderer Stelle vorsieht - nämlich im neuen und dann ausgekernten Campusbereich hinter dem Hauptgebäude, der bis hinauf zum Audimax reichen wird.

Der Chef des Bau- und Liegenschaftsbetriebes (BLB) Aachen, Harald K. Lange, begann seine Ausführung zum Stand des City- oder Innenstadt-Campus mit der Bemerkung „es gibt da wunderbarer Weise neue Ideen des Studentenwerks”. Was sich exakt auf die Tatsache bezog, dass der Masterplan anscheinend von der ihn mit beschließenden RWTH gar nicht so ernst genommen wird, wie die Kommunalpolitiker augenreibend feststellen mussten. Allerdings rügte die städtische Baudezernentin Gisela Nacken in diesem Kontext eher mit leisen Worten, dass „es schon komisch ist, wenn die Stadt erst durch einen Bauantrag” von den geänderten Absichtendes Studentenwerks erfahre.

Eigentlich sollte es sofort um das Theresienviertel, das von diversen RWTH-Bauten durchmischte Areal hinter der kleinen, aber absolut hübschen Kirche gleichen Namens im mittleren Teil der Pontstraße gehen.

Zum Thema hatte die SPD einen Antrag geschrieben, der in dem Areal zwischen Café Kittel und dem Seminargebäude „Semi90” an der Ecke Eilfschornsteinstraße/Templergraben mehr Wohnraum angelegt wissen will. Norbert Plum forderte das und auch Maike Schlick begrüßte für die CDU die Einstellung, dort am Abend etwas mehr Leben einzubringen.

Michael Rau forderte für die Grünen ein, zentral gelegen vielleicht sogar eine Kita unterzubringen: „Das würde der TH gut zu Gesicht stehen”. Lange als Vertreter des Bauherrn sperrte sich da überhaupt nicht und führte aus, dass er sich zur Pontstraße hin durchaus als „Mischnutzung”, heißt Wohnen und/oder Geschäfte, vorstellen könne. Auch verzichte der BLB an der Flanke zum Annuntiatenbach gegenüber dem KKG auf eine universitäre Nutzung, da könne er sich eine Reihe von „Stadthäusern” vorstellen.

Bibliothek ins Mediencenter?

Einziges Aufregerthema blieb die Mensa. Sogar die eher ungeliebten Hochhaus-Pläne des sich im Norden anschließenden Campus West gaben keinen Streit her, hier sollen in der nächsten Sitzung dreidimensionale Modelle über die „Dimensionen” Aufschluss geben.

Da blieb noch das Thema Hochschulbibliothek, die bislang noch im City-Campus angesiedelt ist. Das Eckgrundstück an der Wüllnerstraße und am Templergraben soll mit einem Ergänzungsbau an den Straßenfronten entlang verbessert werden, ein kleiner Innenhof soll entstehen. Dabei soll die Bibliothek eigentlich ins geplante Mediencentrum des Campus West versetzt werden.

Die Verbindung des „alten”, klassischen Hauptgebäudes, des Super C und des gegenüberliegenden Kármán-Auditoriums durch einen zum „Shared Space” ausgebauten Templergraben soll noch in diesem Jahr begonnen werden. Dann begegnen sich „ranggleich” Tausende von zu Fuß gehenden Studenten mit Fahrradfahrern, Bussen und Automobilen auf einem Straßenbelag, der nicht mehr von Bordsteinkanten begrenzt wird. Nur für Blinde und Sehbehinderte gibt es eine Kante, an der sie sich richtungsmäßig orientieren können. Der „Shared Space” (geteilter Raum) ist in anderen Städten bereits erfolgreich angelegt worden. Vor dem Kármán-Gebäude selbst soll es einen Raum mit einer gestiegenen Aufenthaltsqualität für die Studierenden geben. Das gelte ebenso für die Situation vor dem Reiffmuseum in der Schinkelstraße, vergaß Lange nicht zu erwähnen.

Am gläsernen Aufzug scheiden sich die Geister

Günter Baum, Architekt aus Düsseldorf, machte ein Versprechen: „Es bleibt bei den vorgesehenen Aufwendungen zum Umbau des Pfalzbezirks”. Das sind 1,7 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket I. Damit soll unter anderem eine Freitreppe zum Rathaus, ein kleiner Platz an der Ritter-Chorus-Straße und der fußläufige Ausbau der Rennbahn wie der Johannes-Paul-II.-Straße gestemmt werden.

Ein gläserner Aufzug blieb am Donnerstag heiß umstritten, SPD und FWG wollen ihn nicht, er störe das Gesamtbild und sei zu anfällig, hieß es in der Diskussion. Er soll für Menschen mit Behinderung zu den Toiletten nach unten am Standesamt und nach oben auf die Rathausterrasse führen.
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