Circus Festival: Artisten verbringen den Jahreswechsel gemeinsam

Von: Christopher Gerards
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Wohl bekomm‘s: Wenn um Mitternacht die Korken knallen, dürfen auch die Artisten des Circus Festival Aachen – ganz in Zivil – zum Sektglas greifen. Große Mengen Alkohol werden laut Produzent Sascha Freudrich (rechts) aber nicht fließen. Schließlich stehen (v.l.) Naima Rhyn Rigolo, Lorenzo Torres und die Catwall Acrobats Manuel, Joshua und Kayla am Neujahrstag wieder in der Manege. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ein letztes Mal im Jahr 2012 muss in der Manege alles glatt laufen – dann kann der Rutsch ins neue Jahr für Barry Lubin, Lorenzo Torres und die anderen echt gut werden. Denn kurz nachdem an Silvester um halb elf beim Circus Festival Aachen der Vorhang fällt, steigt auf dem Bendplatz die private Silvester-Party der über 40 Frau und Mann starken „Festival“-Truppe. Ohne Publikum, ohne Applaus – wenn Clown und Artisten den Jahreswechsel begehen, wird zumindest das kein ganz großer Zirkus.

So soll der Tag mit den üblichen Artisten-Abläufen starten. Schon früh am Morgen werden die Künstler auf den Beinen sein, sich mit Tai Chi, Stimmtraining oder Falt-Tricks auf ihre Auftritte vorbereiten. „Ich möchte sicherstellen, dass alle Papiere aufgehen“, sagt etwa Falt-Künstler Lorenzo Torres. Wie in den vergangenen Tagen geht das Programm nämlich nachmittags (15 Uhr) und abends (20 Uhr) mit je einer Vorstellung über die Bühne des Bendplatz-Zelts. Und hier möchten die Protagonisten ihre Zuschauer auf den 1050 Sitzen in eine schöne Silvester-Stimmung bringen.

Im Anschluss dagegen muss sich der geneigte Fan das Mitfeiern jedoch abschminken. Abschminken, das machen auch die Künstler nach ihren Auftritten, um den Jahreswechsel ganz in Zivil zu begehen: „Das geht sowas von schnell. In zehn Minuten ist die Schminke bei mir entfernt“, hat der – beruflich – weiß-rot bepinselte Torres festgestellt. Kollege Clown, Barry Lubin, sei da noch fixer. „Der benötigt nur eine Minute.“

In Rekordtempo geht‘s so auf Mitternacht zu. Und die Planungen schmecken Torres und seinen Mitstreitern: Italienische Küche samt Scaloppine, Tiramisu und vielem mehr servieren die Organisatoren um Produzent Sascha Freudrich zum Buffet im Vorzelt. Dort feiert die komplette 40-köpfige Crew gemeinsam. Mobilé-Künstlerin Naima Rhyn Rigolo kennt das aus dem vergangenen Jahr, in Dortmund hat sie mit Zirkus-Kollegen den Rutsch gut bewältigt.

Sie erinnert sich: „Nach der eigentlichen Show hatten wir eine tolle Party. Es war wie mit einer Familie.“ Papier-Künstler Torres – vergangenes Silvester in Rotterdam zugegen – würde sich über dergleichen auch zum neuerlichen Jahreswechsel freuen: „Wir sind hier alle abhängig voneinander und haben von Natur eine sehr empfindliche Art. Da stehen wir einander sehr nahe – schön, wenn jetzt alle zusammen feiern.“

Leicht getrübte Stimmung

Bloß bei Manuel von den „Catwall Acrobats“ ist die Stimmung leicht getrübt. Der kanadische Trampolin-Künstler hat mit seinen Partnern Kayla und Joshua die vergangenen Silvester-Abende zwar in einigen großen Städten Europas verbringen können – Hamburg, Berlin, Athen. „Aber ich habe eine Freundin. Für mich ist das schwer, ohne sie zu feiern.“ Immerhin: Jetzt erlebt der Kanadier den für ihn spektakulären deutschen Silvester-Krach aufs Neue. „Hier gibt es wirklich viel Feuerwerk.“

Wenn dann um 0 Uhr Raketen, Böller und Korken knallen, wollen Joshua und das gesamte Ensemble sich vor dem Zelt auf dem Bendplatz versammelt haben – mit bestem Blick auf das Lousberg-Feuerwerk. In Sachen Alkohol dagegen werden sich die Künstler zurückhalten. Logisch, müssen sie doch am Neujahrstag wieder auf der Bühne stehen (Karten hierfür gibt es wie zur Silvestervorstellung noch genügend). Dem beinahe obligatorischen Sektchen steht nachts auf dem Bendplatz zwar nichts im Wege. Aber: „Viel trinken werden die Künstler nicht“, erklärt Produzent Freudrich. „Das sind ja alles Profis. Und die Nummern werden live gespielt. Da muss die Leistung 110-prozentig stimmen.“ Heißt: Die Zirkus-Truppe um die „Catwall Acrobats“ wird den Dienstag ziemlich sicher ohne Kater angehen – damit nach dem guten Rutsch auch 2013 alles glatt läuft.

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