Aachen - Chor-Projekt „Aix Muusika“ : Das Ticket nach Talinn ist gelöst

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Chor-Projekt „Aix Muusika“ : Das Ticket nach Talinn ist gelöst

Von: Nina Krüsmann
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Die Vorbereitungen für die Reise nach Estland laufen: Chorprobe von „Aix Muusika“ mit Chorleiterin Elo Tammsalu-Schmitz. Foto: Nina Krüsmann

Aachen. Das „Ticket to Tallinn“ ist gelöst: Der Aachener Projekt-Chor „Aix Muusika“ fährt im Juli zum Sängerfest nach Estland. „Wir sind dabei“ jubeln die Sänger.

Alle fünf Jahre wiederholt sich in Tallinn eines der größten Musikereignisse Europas, das estnische Sängerfest in Tallinn. 2014 nimmt erstmals ein Aachener Chor daran teil: Die eigens gegründete Chorgemeinschaft meisterte das anspruchsvolle Bewerbungsverfahren mit Bravour und steht nun vom 4. bis 6. Juli 2014 unter der riesigen Musikmuschel auf dem Tallinner Sängerfestfeld. „Momentan laufen die Proben im Pfarrheim von Hl. Kreuz auf Hochtouren“, erzählt Sängerin und Mitorganisatorin Almuth Grüner.

Das einzuübende Repertoire von elf Stücken ist von der Sängerfest-Leitung vorgegeben. „Für uns als gemischter Aachener Chor bedeutet das auf den ersten Blick: ein hellgrünes Notenheft mit 14 Stücken voll unverständlicher Wörter“, schmunzelt die Übungsleiterin. Das älteste Stück stamme aus dem Jahr 1897. Da war die Sängerfest-Tradition schon rund 30 Jahre alt. Alle Stücke handeln von dem, was die Esten bis heute bewegt: die Liebe zur Natur, zur Musik und vor allem zum Vaterland.

„Wir sind echt stolz“

Traditionell treten die estnischen Chöre in ihren jeweiligen regionalen Trachten auf. Die Aachener haben sich für himmelblaue Polo-Shirts im Farbton der estnischen Flagge entschieden. Darauf ist dann das Logo des Chores zu sehen.

„Wir sind echt stolz“, sagt Chorleiterin Elo Tammsalu-Schmitz. Und auch Grüner ist aufgeregt: „Zum einen ist es meine erste Chorreise, und dann werden wir an einem Wahnsinns-Ereignis teilnehmen, die Chance haben wir vielleicht niemals wieder“, beschreibt Grüner, worauf sie sich in Estland am meisten freut. Spannend sei die Frage, ob alles Üben denn nun gereicht hat, und der große Umzug zum Festgelände. „Wenn dann auch noch schönes Wetter wäre, hätten wir das große Los gezogen“, ist sie begeistert.

Die gebürtige Estin Tammsalu-Schmitz übernahm ab 2009 zunächst ACcanto, dann auch die Kirchenchöre Hl. Kreuz und Cordial und weitere Aufgaben als Chorleiterin und Gesangslehrerin. Für das Sängerfest hat sie den Chor „Aix Muusika“ aus mehreren ihrer Aachener Chören um sich gesammelt.

Das Bewerbungsverfahren war hart: Hunderte estnische Chöre bereiten sich ein Jahr lang diszipliniert auf das Vorsingen bei den landesweiten Ausscheidungen vor. Aus dem Ausland werden drei Chöre je Kategorie zugelassen: drei gemischte Chöre, drei Kinderchöre, drei Frauenchöre. Mehrere Monate hat der Projektchor die beiden Bewerbungsstücke geprobt und schließlich mitgeschnitten. Dann hieß es, auf die Juryrückmeldung zu warten. Und da hat Aachen nun per CD-Aufnahme gewonnen. „Die Zusage war für alle überraschend. Da hat niemand mit gerechnet, dass wir das Ticket nach Tallinn lösen“, betont die Chorleiterin.

25 000 Sänger

„Wir singen gemeinsam mit rund 25.000 Sängern auf der weltbekannten Bühne am Rande der Ostsee. Schätzungsweise 75.000 Zuschauer werden täglich zu diesem nationalen Großereignis erwartet“, erklärt Tammsalu. Singen sei in Estland „Nationalsport“. Unter dem Motto „Aja puudutus – Puudutuse aeg“ (Berührt von der Zeit – Zeit der Berührung) werde ein beeindruckendes, heiteres Fest veranstaltet.

„Mit seiner großen emotionalen Kraft bringt das Sängerfest die Seele des kleinen baltischen Volkes zum Klingen“, betont die Estin. Einer Statistik nach sei jeder zweite Este Chorsänger.

In der Rubrik „Gemischte Chöre“ sind nun außer den Öchern noch zwei estnische Chöre aus Helsinki und Brüssel dabei. Gesungen wird von allen natürlich auf Estnisch. Grüner hat Respekt vor den sprachlichen Hürden. „Auf der Bühne stehen 18.000 estnischsprachige Sänger. Und dazwischen sind wir, 36 Deutsche, und man hört uns vielleicht raus“, schildert Grüner.

Deshalb wird bis zur großen Reise noch intensiv geprobt. „Wir haben die 15 geforderten estnischen Lieder aufgenommen. Die CD liegt der Jury vor und wir warten gespannt auf die Rückmeldung, die uns dann Hinweise auf noch verbesserungswürdige Passagen gibt“, erzählt Grüner.

Bei einem Konzert in der Citykirche an der Großkölnstraße am 31. Mai um 19 Uhr möchte „Aix Muusika“ auch die Aachener an ihrer Begeisterung teilhaben lassen. Der Eintritt ist frei. Infos, Liedbeispiele und kleine Filme aus den Chorproben gibt es unter http://www.aixmuusika.de/.

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