Aachen - CHIO: Aufbau-Endspurt hat begonnen

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CHIO: Aufbau-Endspurt hat begonnen

Von: Wolfgang Schumacher
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Frank Kemperman im Endspurt: Die neue Tribüne im Dressurstadion sollte Mitte Mai fertig sein, jetzt wird es „wie immer eine Last-Minute-Geschichte“, sagte der ALRV-Vorstandsvorsitzende. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Es wird eine Last-Minute-Geschichte, wie immer“, seufzt Frank Kemperman angesichts der weiterhin aktuellen Baustelle der neuen Tribüne im Dressurstadion. Dann rechnet der ALRV-Vorstandsvorsitzende kurz vor.

„Es sind noch genau drei Wochen bis zum CHIO, dann läuft ‚Pferd und Sinfonie‘“, beruhigt er und präsentiert der Öffentlichkeit den beinahe fertigen Tribünenbau im Soerser Dressurstadion. Die Architekten könnten Romane erzählen über die extravagante Gestaltung des neuen Bauwerks (3,5 Millionen Euro), dessen Linien dem Auge keinen Halt geben und mit der Dachspitze himmelwärts weisen. Ein Mitglied aus einer Polizei-Besuchergruppe habe ihn unauffällig beiseite genommen: „Herr Kemperman, das Dach ist aber schief“, war der besorgte Einwand. Das habe er bereits gewusst, aber das müsse so sein, war die Antwort.

Doch der kühne Kada-Wittfeld-Entwurf macht das Erscheinungsbild des bislang eher etwas langweilig ausschauenden Dressurstadions zu einer architektonisch spannenden Sache. Wo am Freitag noch tausend Kabelenden aus der Wand hingen und der neue Boden gerade bis zur Mitte mit Sand gefüllt war, wird am Soerser Sonntag (13. Juli) der traditionelle Gottesdienst mit Segnungen von Mensch und Tier sowie den Fürbitten stattfinden, das ist sicher.

Dann wird der Altar dort stehen, wo sich alsbald rund 1300 der insgesamt 6300 Fans von Nadine Capellmann oder Helen Langehanenberg einen Platz sichern können, einschließlich der Pressetruppe und der zahlreichen TV-Kameras, die dort künftig untergebracht sein werden. Das Dach mit einer Fläche von etwa 1600 Quadratmetern sei schon eine Herausforderung gewesen, bestätigt auch der Bauleiter des Projekts, Leonhard Leuchter. Sei‘s drum, der CHIO hat eine neue bauliche Attraktion, die gleichzeitig die Umgebung des Dressurstadions aufwertet. Die Abreitplätze am Ausgang des Stallbereichs sind neu gestaltet worden, drei sind es jetzt an der Zahl. Im rückwärtigen Bereich der Tribüne wird es draußen einen Mix-Treff für Reitsportler und Medien geben – mit entsprechender Gastronomie.

Nicht nur neue Medien- und Organisations- wie Melderäume sind im neuen Bauwerk untergebracht worden. Besonderes Augenmerk legte der ALRV auf ein deutliches Mehr an Toiletten, gerade die Damenwelt brauche demnächst keine langen Wartezeiten mehr hinzunehmen, schmunzelte Kemperman ganz Gentleman. Denn „60 Prozent der Dressurzuschauer sind eben Damen“, begründete er die Anstrengungen in Sachen Hygiene.

Eine praktische Neuerung gibt es im ehemaligen Medienbereich der alten Tribünenanlage. Dort hat man einige Stehplätze angelegt für den „schnellen“ Dressurzuschauer. Es gebe eben Experten und Fans, die wollen schnell nur ein einziges Pferd sehen, machte Kemperman die Motivation für die Einrichtung klar. Mehr Platz gibt es auch für Rollstuhlfahrer. Der Bodenbelag mit seinem feinen Sand und den Textilflocken sei optimal, auch die Drainage im Stadion ist angesichts der Reit-EM im Jahr 2015 völlig neu gemacht – dann kann‘s bald losgehen mit Piaffe und der Galopppirouette.

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