Aachen - Chinesen lernen deutsches Gesundheitswesen kennen

Chinesen lernen deutsches Gesundheitswesen kennen

Von: Peter Langohr
Letzte Aktualisierung:
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Voneinander lernen: Erneut war eine medizinische Delegation aus China zu Gast am Franziskushospital. Stehend dritter von links Geschäftsführer Lothar Stein, daneben Delegationsleiter Chen Xu und Herbert Prömper, Ehrenbürger von Ningbo. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Seit 23 Jahren besteht mittlerweile die Städtepartnerschaft zwischen Aachen und Ningbo, und innerhalb dieser Verbindung nimmt der medizinische Sektor den größten Raum ein.

Nun war wieder eine medizinische Delegation aus der rund 9000 Kilometer entfernten Partnerstadt in Aachen zu Gast. In diesem Jahr galt der erste Besuch der Gruppe aus der Fünfeinhalb-Millionen-Stadt unweit von Shanghai dem Franziskushospital.

Nicht ohne Grund, denn seit dem vergangenen Jahr unterhält das Krankenhaus am Morillenhang eine Kooperationspartnerschaft mit dem Li Hui Li Medical Centre, und seit einigen Wochen halten sich ein Chirurg, eine Laborantin und eine Krankenschwester zu einem mehrmonatigen Arbeitsbesuch im Franziskushospital auf.

Geleitet wird die Delegation aus der Partnerstadt von Chen Xu, dem „Vice-Director of the Standing Committee of Ningbo Municipal”, was sich in etwa mit „stellvertretender Vorsitzender des Gemeindeausschusses” übersetzen lässt. Begleitet wird die chinesische Delegation von Bankdirektor a.D. Herbert Prömper, dem Vorsitzenden des Vereins zur Förderung der Städtepartnerschaft Aachen-Ningbo und seit etlichen Jahren Ehrenbürger von Ningbo.

Derzeit haben neben dem Li Hui Li Medical Centre noch drei weitere Krankenhäuser aus Ningbo Kooperationspartnerschaften mit Kliniken aus Aachen und Stolberg. Ziel des Besuches der chinesischen Mediziner und Verwaltungsfachleute ist es, das deutsche Gesundheits- und insbesondere Krankenhauswesen kennenzulernen, das sich in vielerlei Hinsicht erheblich von dem der Volksrepublik unterscheidet. Während es in Aachen etwa mehrere hundert niedergelassene Ärzte zur ambulanten Versorgung der Patienten gibt, ist dieses System in China gänzlich unbekannt, weil dort die Krankenhäuser auch für die ambulante Behandlung zuständig sind. Daher interessierten sich die Gäste vor allem für Fragen zur Krankenhausstruktur und -organisation, Personalausstattung und nicht zuletzt zur Finanzierung.

Für die Dolmetscherin war das bisweilen eine diffizile Aufgabe, denn wie übersetzt man etwa , dass sich das Franziskushospital in der Trägerschaft des katholischen Nonnenordens der Franziskanerinnen von der heiligen Familie befindet, gleichwohl aber eine GmbH ist, ins Chinesische?

Selbstverständlich ist die Partnerschaft der Krankenhäuser aus Aachen und Ningbo keine Einbahnstraße, und so werden mit der chinesischen Delegation auch Einzelheiten der vorgesehenen Besuche Aachener Mediziner in Ningbo besprochen. Franziskus-Geschäftsführer Lothar Stein hat sich jedenfalls fest vorgenommen, in der zweiten Jahreshälfte nach Ningbo zu reisen.
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