Aachen - Chemie-Experiment mit Rosen und Stickstoff

Chemie-Experiment mit Rosen und Stickstoff

Von: Conny Stenzel-Zenner
Letzte Aktualisierung:
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Eine Rose und ein Behälter mit Stickstoff: Anschaulich gaben die Chemiker einen Einblick in das, was sie im Studium lernen. Foto: Heike Lachmann

Aachen. „Wir Chemiker sind keine Romantiker”, sagte Marco Braunen und überreichte einer jungen Frau eine Rose. Die freute sich, sollte die Blume allerdings nicht nach Hause tragen, sondern die Blüte in einen Topf mit Stickstoff halten.

Dieses Gas ließ die Rose in Sekundenschnelle gefrieren, weshalb die vereiste Blüte auf dem Tisch wie Porzellan zerschlagen werden konnte. Das war nur ein Versuch, der am Samstag auf dem Markt zu bestaunen war.

Die örtlichen Hochschulen hatten zum Studifest geladen. Die Asten der Fachhochschule und der Katholischen Hochschule sowie die Fachschaften und internationalen Vereine der RWTH boten ein buntes Programm. „Die Aachener Bürger sollen uns sehen, und sie sollen die Möglichkeit haben, mit uns zu reden”, erklärte Organisatorin Nina Thomas vom Projektverein Akademische Kultur.

Da stand bei der Geofachschaft Markus Maaßen, der die Menschen für die Geografie begeistern wollte. „Wir lernen im Studium sehr viel mehr als Länder und Flaggen kennen”, sagte der Student im zweiten Semester. „Wir kümmern uns um übergeordnete Themen wie Globalisierung, Rohstoffgewinnung, Bevölkerungszuwachs und den Klimawandel. Das Geografiestudium ist ein ganz breit gefächertes Studium”, schwärmte Markus Maaßen. Während er noch mit den Erwachsenen sprach, konnten Kinder am Stand der Geowissenschaften dann doch Fahnen erraten.

Maisstärke und Klettverschluss

Über Materialverhalten erfuhren die Besucher auf dem Marktplatz etwas bei den Bauingenieuren. Student Philipp Cornelissen steckte einen Stab in ein Loch in einem viereckigen Beton-Klotz, der nicht größer als 20 Zentimeter war. Nachdem er Sand zwischen Stab und Wand gekippt hatte, konnte er den Stab nicht mehr herausziehen. Cornelissen: „Wir lernen viel über das Verhalten verschiedener Materialien zueinander. Uns Bauingenieure braucht man für alles, was mit Infrastruktur zu tun hat. Für Straßen, Gebäude, aber beispielsweise auch für die Wasserversorgung.”

Für große Augen und einige Aha-Ausrufe sorgten Studenten der Fachschaft Mathematik/Physik/Informatik. Mathestudent Jakob Breier stand vor einem Fünf-Liter-Kochtopf. Inhalt: ein Gemisch aus zwei Kilogramm Maisstärke und einem Liter Wasser. Schlug der Kommilitone mit viel Kraft auf die Oberfläche des Gemischs, war es, als haue er auf eine Tischplatte. Bewegte er dagegen seine Hand langsam durch die Oberfläche, konnte er sie bis zum Boden des Topfes führen.

„Die Maisstärke ist wie ein Klettverschluss. Geht man mit viel Kraft ran, schiebt man das Wasser weg und die Klettverschlüsse lassen sich nicht teilen. Geht man dagegen langsam durch das Gemisch, ist das Wasser wie ein Schmiermittel, und man kommt hindurch”, erklärte er.

Gespräche am Rande

Viele Aachener und Besucher der Stadt blieben an den Ständen stehen, kamen während des siebten Studifestes mit den Studierenden ins Gespräch. Und stellten fest, dass sie viel leisten und ganz tolle Dinge machen an ihren Hochschulen.
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