„Centre” doch nicht teurer: Frage der Rechenart

Von: Wolfgang Schumacher
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Das künftige „Centre Charlem
Das künftige „Centre Charlemagne” sieht aus wie ein filetiertes Fischgerippe. Manche statischen Maßnahmen werden teurer als geplant. Die Gesamtkosten bleiben allerdings bei 17,2 Millionen Euro. Foto: Harald Krömer

Aachen. Das Centre Charlemagne als Kernstück der „Route Charlemage” wird 1,35 Millionen Euro teurer - soll aber nun in Wirklichkeit doch nicht teurer werden, wie die Verwaltung am Mittwoch versicherte. Dieses prinzipiell einträgliche Kunststück wurde jetzt im Hauptausschuss aufgeführt.

Denn es sei alleine eine Sache, wie man rechnet, betonte einer, der es wissen muss: Der Leiter des städtischen Gebäudemanagements, Michael Ferber, trug dies vor, nachdem Baudezernentin Gisela Nacken die Gründe für die ärgerlichen Steigerungen beim Umbau des alten Verwaltungsgebäude am Katschhof erläutert hatte.

Dazu muss man wissen, dass der Ausbau des kompletten Gebäudes, das momentan im hinteren Bereich wie ein aufgerichtetes, filetiertes Fischgerippe aussieht, zum Centre Charlemagne aus drei verschiedenen Geldtöpfen finanziert wird und nach jetzigen Berechnungen von Ferber eine Gesamtsumme von rund 17,2 Millionen Euro kosten wird, also genau so viel wie veranschlagt.

Die Rechnung: Das eigentliche Gebäude wird aus Landes- und EU-Mitteln finanziert, hier lässt die Euregionale grüßen. Dieser größte Batzen war bislang mit etwas mehr als 10,8 Millionen Euro veranschlagt. Hier sind die Steigerungen um 1,35 Millionen Euro angesiedelt.

Aus dem Konjunkturpaket des Bundes fließen 2,5 Millionen Euro zur Fenster- und Dachsanierung ein. Der dritte Topf finanziert den Umbau des bereits seit langem im Foyer befindlichen „Bürgerservice”, er wird alleine von der Stadt getragen und schlägt mit 3,8 Millionen zu Buche, macht alles zusammen nach Adam Riese runde 17,2 Millionen Euro. Da wären die 1,35 Millionen Euro draufzurechnen.

Nun habe man, daran erfreute sich insbesondere der CDU-Fraktionsvorsitzende Harald Baal, an sowieso fälligen Kosten im Bereich der 3,8 Millionen Euro für den Bürgerservice etwas mehr als eine Million eingespart. Dazu stehen, wie Nacken erläuterte, vor Gericht geltend gemachte Rückforderungen an einen Bauunternehmer im Raum, man hofft hier 380.000 Euro in die Kasse zu bekommen.

So seien die unausweichlichen Mehrausgaben, verursacht durch Baupreissteigerungen, unvorhersehbare statische Erfordernisse und ebenso nicht vorhersehbare Sickerwassereinbrüche entstandene Mehrkosten insgesamt gedeckt - es bleibt bislang einfach bei den eingeplanten 17,2 Millionen Euro.

Natürlich hatten andere anders gerechnet. Denn der zentrale Baukörper verteuert sich in der Tat von 10,8 auf rund 12,2 Millionen Euro, wie die „Nachrichten” berichteten. Im Ausschuss bemängelte FDP-Mann Wilhelm Helg, die Sache sei „unerfreulich” und diese ewigen Kostensteigerungen bei Bauprojekten müsse man in den Griff bekommen.

Andreas Müller (Linke) wies darauf hin, dass man so „die getätigten Einsparungen sofort wieder aufgezehrt” hätte, man solle jetzt eben „an den teuren Fenstern” sparen. Angelika Weinkauf (SPD) ließ sich die Kostensteigerungen erläutern, es stellte sich heraus, dass im Keller des Gebäudes manches so marode war, dass es einfach mehr kostet. Dazu kommen Preissteigerungen, die laut Ferber auf die richtig brummende Konjunktur zurückzuführen und eben nicht vermeidbar sind. Weil es allen so gut geht, gibt es viele Aufträge und der Markt ist leer gefegt. Die Preise gingen auch deshalb nach oben, weil manche Bauunternehmungen die Krise nicht überstanden hätten. Das alles leuchtete den Politikern ein, sie genehmigten einstimmig die - internen - Mehrkosten.
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