Aachen - „Centre Charlemagne“: Bauverzögerungen lassen Kosten steigen

„Centre Charlemagne“: Bauverzögerungen lassen Kosten steigen

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
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Die Arbeiten im und am „Centre Charlemagne“ dauern an. Eigentlich hätte der neue Verwaltungs- und Museumsbau am Katschhof schon vor einem Jahr fertig sein sollen. Der Zeitverzug führt nun auch zu höheren Baukosten.

Aachen. Eben erst hat die Stadt dargelegt, dass sie für ihre Bauvorhaben in aller Regel den vorgegebenen Zeit- und Kostenrahmen einhält, schon muss sie zugestehen, dass es auch Ausnahmen gibt. Ausgerechnet für das große Vorzeigeprojekt „Centre Charlemagne“ am Katschhof muss nun nochmals tiefer in die Tasche gegriffen werden. Dies hat das städtische Gebäudemanagement auf Nachfrage der „Nachrichten“ bestätigt.

Eine genaue Summe teilt die Stadt nicht mit, sie spricht lediglich von Kostensteigerungen im sechsstelligen Bereich. Noch müssten Schlussrechnungen und weitere Forderungen abgewartet werden. Nach „Nachrichten“-Informationen soll es jedoch um zusätzliche Kosten von mindestens 900.000 Euro gehen.

Es ist nicht das erste Mal, dass für den Umbau des alten Verwaltungsgebäudes nachgelegt werden muss. Während bei der Vorlage der ersten Pläne im Jahr 2007 noch von rund zehn Millionen Euro die Rede war, liegen die Gesamtkosten nun offenbar schon bei über 18 Millionen Euro.

Zugleich musste der Fertigstellungstermin immer weiter nach hinten verschoben werden. Inzwischen muss die Stadt einen Verzug um mindestens ein Jahr vermelden. Allerdings befinde sich der Umbau jetzt in der Endphase, teilte die Stadt am Freitag mit. Die Restarbeiten an der Fassade und im Innenausbau seien in Kürze fertiggestellt. Die technischen Anlagen sollen bis zum Spätsommer installiert werden.

Insbesondere aus der deutlich längeren Bauzeit würden Planer und Baufirmen ihre zusätzlichen finanziellen Ansprüche ableiten, heißt es bei der Stadt. Sie ist jedoch zuversichtlich, sich das geforderte Geld beim beauftragten Generalplaner zurückholen zu können.

Die Gründe für die Bauzeitverlängerung seien vielfältig und müssten noch aufgearbeitet werden, sie seien jedoch nach dem Verursacherprinzip zu bewerten, heißt es auf Anfrage. Die Stadt ist der Auffassung, dass es zu „Planungs-, Überwachungs- und Baudurchführungsfehlern“ gekommen sei, die das beauftragte Unternehmen zu verantworten habe. Teils seien Mehrausgaben jedoch auch konjunkturbedingt bzw. auf lange Frostperioden oder unvorhergesehene Probleme zurückzuführen.

Die anfänglich bereits für diesen Sommer geplanten ersten Führungen durch das neue Centre Charlemagne und das sogenannte „soft opening“ wird es wohl nicht geben. Der offizielle Eröffnungstermin am 24. Januar 2014 sei jedoch nicht gefährdet, erklärt die Bauverwaltung ausdrücklich. Man arbeite „weiter auf Hochtouren, um die Baumaßnahme ins Ziel zu bringen“.

Das Centre am Katschhof soll Ausgangspunkt der „Route Charlemagne“ werden, die als neuer Touristenmagnet verschiedene Ausstellungen in historischen Bauten der Stadt miteinander verknüpfen soll – darunter bislang das Rathaus, das Zeitungsmuseum an der Pont-straße und die Archäologische Vitrine im Elisengarten. Später soll noch das Grashaus am Fischmarkt hinzukommen. Im Centre Charlemagne soll unter anderem eine stadthistorische Dauerausstellung präsentiert werden. Darüber hinaus sind wechselnde Events geplant, zu denen im Karlsjahr 2014 auch ein Beitrag zum großen Ausstellungs-Dreiteiler „Karl der Große. Macht Kunst Schätze“ gehört.

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