Centre Charlemagne: Am Katschhof gehts munter weiter

Von: Werner Breuer
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„Schmetterlinge” am Bau: An
„Schmetterlinge” am Bau: An der Ritter-Chorus-Straße sorgen Nachbildungen der gestohlenen Platten dafür, dass der denkmalgeschützte Verwaltungsbau wieder wie nach 50er Jahren aussieht. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die „Schmetterlinge” sind wieder da. Allen, die sie bisher nicht vermisst haben, sei erklärt: Unter diesem Namen firmieren die mit Kupferblech beschichteten Platten am alten Verwaltungsgebäude Katschhof zur Ritter-Chorus-Straße hin.

Der Bau wird bekanntlich gerade zum Centre Charlemagne aufgerüstet und die Schmetterlingsflügel seien da ein „gestalterisch wichtiges Element”, findet Architekt Thomas Croon: „Sonst würde man direkt auf die WC-Fenster blicken.” So aber blickt man - von draußen wie von drinnen - auf Metallplatten, und auch die Sonne scheint auf beschichtetes Blech statt durchs Fenster.

Das erinnert zwar ein bisschen an die Geschichte der Schildbürger, die bei ihrem neuen Rathaus die Fenster schlicht vergessen hatten und deshalb versuchten, das Licht in Eimern in den dunklen Bau zu tragen. Aber die Schmetterlinge gelten für die Stadt als „stilbildendes Element” des Entwurfs von Professor Gerhard Graubner. Das Gebäude aus den 1950er Jahren stehe unter Denkmalschutz, erklärt Claudia Ellenbeck von der städtischen Denkmalpflege, das sei natürlich das alte Erscheinungsbild wichtig.

Immerhin rund fünf Jahrzehnte haben die Platten Stil gebildet an der Ritter-Chorus-Straße, dann wurden sie im Zuge des Umbaus zum Centre Charlemagne abmontiert und im Innenhof des Verwaltungsgebäudes auf Paletten gebettet. Dann kamen im Mai vergangenen Jahres Metalldiebe, die - Stil hin, Graubner-Entwurf her - auf das Kupfer scharf waren, und damit war die Stadt ihre Schmetterlinge los. Die waren schon verschrottet, als die Diebe gefasst wurden. Die Beute habe wohl 1500 Euro eingebracht, meint Brigitte Schuh vom städtischen Gebäudemanagement.

20.000 Euro Kosten

Dem gegenüber stehen nun 20.000 Euro, die für die neuen Schmetterlinge ausgegeben wurden. Anhand alter Zeichnungen und Fotos seien die Platten nachgebildet worden, erklärt Metallbauer Hubert Reinartz, zudem bekamen sie eine spezielle Beschichtung. Und schon bald könnten die neuen Schmetterlinge wieder ihre Patina haben: Nach gerade mal 15 Jahren, schätzt Dachdecker Christian Schleicher, würden die Bleche wieder schön alt aussehen.

Das wäre dann 2026, und nach dem Zeitplan von Thomas Croon sollte das Centre Charlemagne dann schon 13 Jahre in Betrieb sein. Der Architekt geht von einer Eröffnung im ersten Quartal des Jahres 2013 aus. Die Verzögerung bei den Abbrucharbeiten im Innenhof „wollen wir aufholen”, verspricht Thomas Croon, „aber es es wird uns nicht in Gänze gelingen”. Derzeit seien die Arbeiter im Innenhof mit dem Rohbau zugange, im kommenden Frühjahr soll er fertig sein.

Auch an den Fassaden und im Inneren des alten Verwaltungsgebäudes wird kräftig gewerkelt - in den Toiletten hinter den Schmetterlingen vermutlich mit Beleuchtung, denn sie werden die Sonne wohl nicht in Eimern hineintragen.
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