CDU will jetzt vorrangig mit der SPD verhandeln

Von: hau/mg
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Aachen. Es waren mehr als 40 Frauen und Männer, die sich am Donnerstag um 19 Uhr im Restaurant Mediterraneo versammelten, um die politischen Weichen Aachens für die nächsten sechs Jahre zu stellen.

Die Mitglieder des CDU-Kreisvorstandes, erweitert um die 19 Vorsitzenden der Stadtbezirksverbände und der Vereinigungen wie CDA oder Seniorenunion.

Am späten Abend gab es einen eindeutigen Auftrag des Kreisvorstands an die Sondierungskommission: Von nun an soll vorrangig mit der SPD verhandelt werden. „Wir haben jetzt eine klare Ausrichtung“, erklärte Vorsitzende Ulla Thönnissen nach der gut dreistündigen Diskussion. „Aber natürlich ist die Nummer damit noch nicht endgültig durch. Entscheiden wird am 16. Juni der Kreisparteitag.“

Man habe in großer Runde „eine sehr, sehr gute Diskussion“ geführt, berichtete Thönnissen. Und es habe durchaus Befürworter einer Neuauflage der schwarz-grünen Koalition gegeben, „besonders unter denen, die in der letzten Legislaturperiode gut mit den Grünen zusammengearbeitet haben“, so die Vorsitzende. „Aber die überwiegende Mehrheit sagte schließlich: ‚Macht erst mal mit der SPD!‘“

Am Freitag, so erwartet Thönnissen, werde die nächste Gesprächsrunde mit den Sozialdemokraten terminiert. Sowohl SPD als auch Grüne haben Interesse, die Kommunalpolitik in Aachen bis 2020 mitzugestalten. Die Sozialdemokraten hatten bekanntlich eigens eine schwarz-rote Torte backen lassen. Sie sitzen seit 2009 in der Opposition, hatten zuvor seit 1990 mit den Grünen die Mehrheit innegehabt.

Die Grünen wechselten bei der Wahl 2009 die Fronten und schlüpften bei den Schwarzen unter. Das ging nur gut bis zum letzten Jahr, als die CDU-Fraktion sich zerlegte und den Aufstand gegen den jetzt wiedergewählten Vorsitzenden Harald Baal probte. Die Grünen wären aus taktischer Sicht vieler CDU-Funktionsträger der einfacher zu handhabende, weil kleinere Partner.

Die SPD ist auf längere Sicht der ernster zu nehmende Konkurrent, etwa um den Posten des Oberbürgermeisters. Und auch Partei­chefin Thönnissen betonte gleich am Donnerstagabend: „Die Richtung in einer Koalition wird von uns vorgegeben. Das muss klar sein.“

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