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CDU und Grüne rudern zurück: Kein Schnitt durchs Wiesental

Von: Wolfgang Schumacher
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Aktion der Wiesentaler: Rund 200 Kleingärtner machten sich mit Teelichtern vom Elisenbrunnen auf zum Ratssaal, wo sie am Ende einen Erfolg feiern konnten. Foto: Harald Krömer

Aachen. Bald ist Adventszeit, die Zeit der Lichter. Und in der Tat strahlten den Politikern am Mittwoch in Sachen Dauerkleingartenanlage Wiesental jede Menge Lichter entgegen als Zeichen des beharrlichen Protests der Kleingärtner unter Leitung ihrer Sprecherin Petra Senden.

Rund 200 Gartenfreunde waren mit Teelichtern in den Ratssaal gekommen und sicherten sich im Hauptausschuss einen Erfolg. Denn die Mehrheitsfraktionen von CDU und Grünen ruderten erheblich zurück.

Baal musste seine gesamte Eloquenz aufbringen

CDU-Fraktionsvorsitzender Harald Baal musste im Ausschuss, dem OB Marcel Philipp vorsitzt, seine gesamte Eloquenz aufbringen, um den erst im Planungsausschuss umgeschriebenen Beschlussentwurf der Verwaltung als einen Erfolg von Bürgernähe zu feiern, der Grüne Michael Rau bat inständig um einen vorurteilslosen Neuanfang.

Fakt ist nun, dass es die so hart umkämpfte mittlere „Grünfuge” durch das Gelände Wiesental wohl nicht geben wird. „Wir fangen jetzt wieder auf einem weißen Blatt an. Es geht nicht darum, irgendjemanden zu übervorteilen oder über Köpfe hinweg zu entscheiden”, begann der CDU-Fraktionsvorsitzende die Diskussion.

Genau das befürchteten die Wiesentaler, da vor einiger Zeit - ohne sie zu fragen - eine Studie zur Stadtteilerneuerung Aachen Nord gravierende Einschnitte in die Gartenanlage und die Aufgabe von beinahe 40 Parzellen vorsah.

Donnernder Applaus

Der Ausschuss beschloss unter donnerndem Applaus, dass ein „extern moderiertes, ergebnisoffenes, gleichberechtigtes und konsensuales Verfahren mit Vertretern der Kleingärtner und dem Stadtgartenverband” von der Verwaltung eingeleitet werden soll.

Das heißt: Ein unabhängiger Moderator, wahrscheinlich ein bekannter Wirtschaftsprüfer, soll dasselbe tun, was Vermittler Heiner Geißler in Sachen Stuttgarter Hautbahnhof auf die Beine zu stellen versucht.

Die Fronten sind nicht gar so verhärtet wie in Stuttgart

Nur die Fronten sind beileibe nicht so verhärtet wie bei den Schwaben. Die Oppositionsfraktionen SPD, Linke und die FDP wollten noch einen Schritt weiter gehen. Auch bei einem Neuanfang „ohne Vorbedingungen” wollten die drei lieber festschreiben, dass „eine Zweiteilung der Anlage” von vornherein abgelehnt werde.

Die von Andreas Müller (Linke) zuerst vorgetragene Ergänzung zu dem am Ende einstimmig verabschiedeten Beschluss fand uneingeschränkte Unterstützung der SPD. Und sogar Wilhelm Helg von der FDP schloss sich ausdrücklich dem Antrag der Linken an, die Horrorvorstellung eines 30 Meter breiten Gründurchstichs durch die schöne Wiesentalanlage hier und jetzt zu beerdigen.

Co-Moderator gewünscht

Baal beschwerte sich noch wortreich, man unterstelle der Mehrheit Unredlichkeit, doch niemand wollte und konnte dem so recht folgen. Vor allem nicht die Wiesentaler. Sie deckten die andere Seite mit reichlich Zustimmungsapplaus ein und können jetzt beruhigt dem Verfahren entgegensehen.

Petra Senden erklärte am Abend: „Wir werden uns den Moderator genau ansehen! Eventuell wollen wir einen Co-Moderator unserer Wahl bestimmen.”
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