CDU: Junge Flüchtlinge nicht ins Hotel

Von: Margot Gasper
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Aachen. Die Zahlen sind anhaltend hoch. Anfang Juni betreute das städtische Jugendamt 141 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die allein ins Land gekommen waren und in der Grenzstadt Aachen – zumeist von der Bundespolizei – aufgegriffen wurden.

Viele von ihnen kommen aus Afghanistan und Syrien, zunehmend auch aus Nordafrika. Die allermeisten dieser Flüchtlinge sind Jungen. Allein im Mai wurden 24 Minderjährige aufgegriffen.

Diese Kinder brauchen Hilfe: ein Dach über dem Kopf, einen Vormund, Betreuung und häufig auch psychologische Versorgung. Schon beim Thema Wohnen aber stößt die Stadt an ihre Grenzen. Weil die nötigen Plätze in Kinderheimen in Aachen und auch in der Städteregion fehlen, werden die Minderjährigen mittlerweile sogar in Hotelzimmern, Pensionen oder in der Jugendherberge untergebracht.

Aus Sicht der CDU ist das ein unhaltbarer Zustand. In einem Rats­antrag fordert die Fraktion, kurzfristig ein „Wohnkonzept“ für die jungen Flüchtlinge zu erstellen, eine Basisversorgung samt pädagogischer Betreuung. „Es ist kein Zustand, diese jungen Leute in Pensionen unterzubringen“, sagt Peter Tillmanns, der jugendpolitische Sprecher der CDU.

Für manche der Flüchtlinge sei ein Hotelzimmer zwar recht attraktiv, zumal sie dann auch ein Verpflegungsgeld zur Verfügung erhalten. „Einige sagen mittlerweile direkt, wenn sie aufgegriffen werden, dass sie ins Hotel wollen“, hat Tillmanns erfahren. Minderjährige brauchten aber aus CDU-Sicht nicht nur ein Zimmer und etwas Geld, sondern auch pädagogische Begleitung. „Viele kommen schwer traumatisiert aus den Kriegsgebieten.“

Wie das beantragte „Wohnkonzept“ genau aussehen soll, darüber soll sich laut CDU die Verwaltung Gedanken machen. Vielleicht ließen sich ja frei werdende Schulgebäude oder andere Liegenschaften im Besitz der Stadt für betreute Wohngruppen herrichten, überlegt Tillmanns. Fraktionsvorsitzende Maike Schlick will auch eine Container-Lösung nicht gänzlich ausschließen. „Studenten wohnen ja auch in solchen Containern.“

Jeder Minderjährige, der in Aachen betreut wird, braucht auch einen Vormund. Mit den vorhandenen Fällen ist das Personal aber schon jetzt ausgelastet. „Notfalls brauchen wir also mehr Personal für Vormundschaften“, schlussfolgert Tillmanns.

Konkrete Zahlen, wie viele junge Flüchtlinge in Pensionen und Hotels wohnen, liegen nach Angaben des städtischen Presseamts aktuell nicht vor. Sie sollen in der Juli-Sitzung des Kinder- und Jugendausschusses präsentiert werden.

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