CDU-Fraktion: Der K(r)ampf geht weiter

Von: Achim Kaiser
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„Ich verfolge diesen goldenen Mittelweg weiter“: CDU-Vorsitzende Ulla Thönnissen. Archivfoto: Harald Krömer

Aachen. Weißer Rauch ist noch nicht aus der CDU-Fraktionszentrale gen Himmel gestiegen. Vielmehr werden die schwarzen Rauchwolken immer dicker. Wie bereits berichtet, fordert eine 16-köpfige Gruppe per Abwahlantrag den Rücktritt von Fraktionschef Harald Baal.

Der wiederum wäre bereit, sein Amt abzugeben, wenn er künftig als stellvertretender Vorsitzender neben den bisherigen Stellvertretern Maike Schlick und Ralf Otten weitermachen könnte.

Bei dieser von der CDU-Vorsitzenden Ulla Thönnissen favorisierten Lösung würde dann ein noch nicht näher ausgewähltes Fraktionsmitglied den Fraktionsvorsitz übernehmen. „Ich verfolge diesen goldenen Mittelweg weiter“, sagt Thönnissen. Zwar seien die Gespräche derzeit durchaus „zäh“, aber die Hoffnung auf eine gemeinsame Lösung habe sie noch nicht aufgegeben.

„Gespräche können neue Wege eröffnen“, formuliert CDU-Ratsherr Ernst-Rudolf Kühn vielsagend. Zusammen mit weiteren zehn Baal-Gegnern lauschte er am Mittwochabend den Ausführungen der Vorsitzenden Thönnissen. Sie folgte einer Einladung der „Krokodile“ in die gleichnamige Pizzeria, wo sich die Anti-Baal-Front schon einmal vor Ostern getroffen hatte.

Auch diesmal nahm der CDU-Ehrenvorsitzende Kurt Malangré aktiv an dem rund zweistündigen Gedankenaustausch teil. Mit dabei war auch sein früherer Adlatus Heinz Lindgens, der mittlerweile stellvertretender CDU-Parteivorsitzender ist und als ausgesprochener Baal-Gegner gilt. Persönlich verhindert waren die Initiatoren Schlick und Otten.

„Neue Wege“ wurden jedoch nicht beschritten, auch Thönnissens „goldener Mittelweg“ scheint für die 16er-Gruppe kein Thema zu sein. „Der gesamte Fraktionsvorstand sollte zurücktreten, so könnte der Abwahlantrag unter den Tisch fallen. Jeder kann sich dann neu einbringen“, schlägt Kühn vor. Dem Ansinnen der Parteivorsitzenden zu folgen und die Satzung zu ändern, also drei stellvertretende Fraktionsvorsitzende zu installieren, sei aus inhaltlichen und zeitlichen Gründen keine Option.

Auch Ratsfrau Iris Lürken, könnte mit der Alternative – Neuwahl des zehnköpfigen Fraktionsvorstandes – leben. Sie gehört dem Führungsgremium selbst an und hätte kein Problem damit „zurückzutreten“. Sie hält es für sinnvoll, im Kreis der Fraktion zu überlegen, wie „ein gemeinsamer und zukunftsfähiger Kompromiss“ aussehen könnte. An der Fraktionsspitze könnte Lürken sich die bisherige Stellvertreterin Schlick vorstellen: „Ich kenne sie als guten Teamplayer.“ Schlick sei auch in der Lage, die zur Zeit zerrissene und zerstrittene Fraktion wieder zusammenzuführen.

Die Zeit drängt

Das sieht der umstrittene Fraktionsvorsitzende Baal etwas anders. „Wenn kein annehmbarer Kompromiss gefunden wird, zerlegt sich der Laden in Windeseile.“ Das sei dann nichts anderes als politischer „Selbstmord“. Zudem dränge die Zeit. So stehe der wichtige Punkt „Alemannia“ am 17. April auf der Tagesordnung der Ratssitzung. Denkbar wäre folgender Zeitplan: Am 8. April könnte die Fraktion in nahezu kompletter Besetzung erstmals über die künftige Fraktionsspitze diskutieren und sie am 15. April wählen.

Auch wenn derzeit kein gemeinsamer Weg in Sicht ist – in einem Punkt sind sich Baal und seine Gegner einig. Ratsherr Kühn: „Wir brauchen schnell eine Lösung, denn schließlich läuft das politische Tagesgeschäft weiter.“

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